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Neubau nimmt Gestalt an

Uniklinik Jena: Rohbau für Spitzenforschung steht

Das neue Forschungszentrum CeTraMed am Uniklinikum Jena nimmt Gestalt an.
Das neue Forschungszentrum CeTraMed am Uniklinikum Jena nimmt Gestalt an. Foto: Michael Szabó/UKJ

Neubau für Spitzenforschung nimmt Gestalt an: Der Rohbau für das neue Forschungszentrum CeTraMed am Uniklinikum Jena steht.

Jena. Vor einem Jahr, am 17. September 2019, fiel unter Beteiligung von Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee mit der offiziellen Grundsteinlegung der Startschuss für den Bau des Zentrums für Translationale Medizin, kurz CeTraMed, am Universitätsklinikum Jena (UKJ) in Lobeda.

Zwölf Monate später sind die Rohbauarbeiten abgeschlossen und der moderne Gebäudekomplex nimmt sichtbar Gestalt an.

14 unterschiedliche Arbeitsgruppen werden dort künftig interdisziplinär und mithilfe biophotonischer Methoden altersassoziierte Erkrankungen erforschen. Ziel ist es, neue Formen der Diagnostik und Therapie zu entwickeln.



Das neue Forschungsgebäude kostet rund 28,3 Millionen Euro. Die eine Hälfte fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung, den 50-prozentigen Landesanteil übernimmt das UKJ. Zudem finanziert das UKJ eine zusätzliche Laboretage in Höhe von beinahe fünf Millionen Euro.

Das größte Fördervorhaben im CeTraMed wird das Thüringer Innovationszentrum für Medizintechnik-Lösungen, kurz ThIMEDOP, sein.
Das Land Thüringen fördert dieses Vorhaben und dabei insbesondere die Geräteausstattung mit 9,8 Millionen Euro.

„Das CeTraMed schafft hervorragende Bedingungen für die Alternsforschung in Thüringen“, sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Es sei zugleich das aktuell bedeutendste Investitionsvorhaben des UKJ im Forschungsbereich.



In dem Gebäude werden voraussichtlich ab dem Jahr 2022 Forschergruppen aus verschiedenen Bereichen (Medizin, Zellforschung, Optik und Photonik) und Einrichtungen (UKJ, IPHT, TU Ilmenau, ThIMEDOP) bei der Analyse altersbedingter Erkrankungen interdisziplinär zusammenarbeiten.

„Damit bündeln wir vorhandene Kompetenzen und bauen die führende Position aus, die sich Thüringen in diesem Bereich inzwischen erarbeitet hat.“

„Wir errichten hier ein Forschungsgebäude mit modernster wissenschaftlicher und technischer Infrastruktur. Im Vordergrund steht dabei der translationale Charakter unserer Forschungsthemen.



Das bedeutet: Die Erkenntnisse und Antworten, die hier gewonnen werden, sollen neue Lösungen schaffen für die Diagnose und Behandlung vielfältiger Erkrankungen im Alter und schnell direkt beim Patienten ankommen“, so Prof. Klaus Benndorf, Sonderbeauftragter des Klinikumsvorstandes für die Forschung.

Mehr als 120 Mitarbeiter des Universitätsklinikums Jena, des Leibniz-Institutes für Photonische Technologien und der Technischen Universität Ilmenau werden gemeinsam auf 3.800 Quadratmetern Forschungsfläche und 2210 Quadratmetern Laborfläche unter hervorragenden Forschungsbedingungen arbeiten.

Die neuen Laborflächen in unmittelbarer Nähe zu den klinischen Einrichtungen in Lobeda ermöglichen die weitere Stärkung des wissenschaftlichen Profils des UKJ, insbesondere im Bereich der Alternsforschung sowie der Medizinischen Optik und Photonik.


 
Zu altersassoziierten Erkrankungen zählen unter anderem neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer, aber auch Diabetes oder Krebs. So finden sich in den Arbeitsgruppen am „CeTraMed“ beispielsweise Wissenschaftler aus der Stammzellforschung, Neurologie und Onkologie.

Eine zentrale Rolle bei der Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation solcher Erkrankungen spielen zudem biophotonische Verfahren. Zur Ergänzung der Expertise im CeTraMed wurden eigens neue Gruppen zur Mikroskopiedatenauswertung und zur Proteomanalyse eingerichtet.

Im ThIMEDOP arbeiten Wissenschaftler des UKJ, der Technischen Universität Ilmenau und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien gemeinsam an fachübergreifenden Fragestellungen.



„Wir arbeiten bereits jetzt zusammen, z. B. in der Forschergruppe MorphoTox. Darin entwickeln wir eine Auswerteplattform, mit deren Hilfe Zellreaktionen auf giftige Stoffe frühzeitig und effektiv festgestellt werden können. Diese Plattform soll in der Wirkstofftestung oder für neue diagnostische Verfahren eingesetzt werden“, sagt Prof. Dr. Ralf Mrowka, Sprecher des CeTraMed und ThIMEDOP.

Die hochspezialisierte Geräteausstattung im neuen Forschungsbau, unter anderem Lichtblattmikroskopie, Laserscanning-Mikroskopie, eine Stammzell-Einheit, Einzel-Krebs-Zell-Selektor oder Massenspektrometer für Biomarker, wird über das ThIMEDOP realisiert.

Voraussichtlich im Jahr 2022 soll der Neubau in Betrieb genommen werden.

Text: Annett Lott/UKJ

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