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die Schaufensterkrankheit

Jenaer Abendvorlesung: Hilfe bei quälenden Beinschmerzen

Foto: Nicole2/pixelio.de
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Die Jenaer Abendvorlesung: Quälende Beinschmerzen – die Schaufensterkrankheit. Gefäßexperten am Uniklinikum Jena klären über Diagnostik und Behandlung auf.

Jena. Bundesweit leiden rund 4,5 Millionen Menschen unter der peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit, kurz pAVK. Umgangssprachlich ist sie besser bekannt als Schaufensterkrankheit.


Typischerweise treten dabei nach einer gewissen Gehstrecke und bei Belastung zunehmend Ziehen und Schmerzen in den Waden bis hin zu Krämpfen auf, sodass Betroffene zunächst stehen bleiben müssen. Nach kurzer Pause verschwinden die Beschwerden wieder.

„Auch das ist ein Grund, warum viele nicht zum Arzt gehen“, erklärt die Studienärztin Dr. Ina Kunstmann, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Jena (UKJ). „Dabei lässt sich die Erkrankung, insbesondere im frühen Stadium, gut und nicht-invasiv behandeln – mit regelmäßigem Gehtraining“, weiß sie.


Ursache für die pAVK sind Engstellen oder auch Verschlüsse in den Gefäßen der Beine oder des Beckens, hervorgerufen durch Ablagerungen an den Gefäßwänden, sogenannte Plaques.

Dadurch wird die Beinmuskulatur nicht mehr richtig versorgt und es kommt zu den typischen Schmerzen. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto schwieriger und komplexer wird die Behandlung bis hin zur Operation.


„Im Endstadium sprechen wir von einem sogenannten ‚Raucherbein‘. Dann liegen bereits Gewebedefekte vor und es kann im schlimmsten Fall zur Amputation kommen“, erklärt die Fachärztin.

Für eine frühzeitige Diagnose bietet das UKJ als Projekt der Versorgungsforschung einen Gefäß-Check der Beine an. Dabei ermitteln die Experten am UKJ, ob eine pAVK vorliegt und wie weit sie fortgeschritten ist.

Im frühen Stadium empfehlen sie ein speziell entwickeltes digitales Gehtraining, das sich einfach zu Hause umsetzen lässt und das, bei konsequenter Umsetzung, sehr wirkungsvoll ist.

Wie genau das funktioniert, welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten es gibt und welche Risikofaktoren bei der Entstehung der Erkrankung eine Rolle spielen, darüber sprechen Dr. Ina Kunstmann und ihre Kollegin Carolin Oswald bei der Abendvorlesung am Mittwoch, 29. November.


Die kostenlose Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Hörsaal 1 im UKJ in Lobeda. Fachpublikum und Medizininteressierte sind herzlich eingeladen.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Quelle: Uniklinikum Jena