Nach Tod von Mahsa Amini

Protest in Jena gegen das iranische Regime

Rund 150 Teilnehmer haben heute auf dem Holzmarkt für die Iranerinnen demonstriert.
Rund 150 Teilnehmer haben heute auf dem Holzmarkt für die Iranerinnen demonstriert.
Foto: Ben Baumgarten
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Rund 150 Menschen protestierten am Samstagnachmittag in Jena gegen das iranische Regime.

Jena. In der Jenaer Innenstadt sind am Samstagnachmittag rund 150 Menschen gegen das Mullah-Regime und die systematische Diskriminierung von Frauen im Iran auf die Straße gegangen.

Die Demo auf dem Holzmarkt sollte eine Solidaritätsbekundung mit den Protesten im Iran sein. 


Mit Sprechchören riefen die Teilnehmer immer wieder: „Jin, Jiyan, AzadÎ!“ – kurdisch für „Frauen, Leben, Freiheit!“ oder „Weg, weg, weg – Mullahs müssen weg“.

„Wir wollen mit der Kundgebung unsere Solidarität mit den Protesten im Iran ausdrücken, niemand sollte unter islamistischen Scharia-Vorschriften leben müssen“, fasst ein Anmelder der Kundgebung zusammen.

Am 13. September 2022 wurde die iranische Kurdin Mahsa Amini von der Sittenpolizei aufgrund von unislamischer Kleidung verhaftet und misshandelt. Drei Tage später starb die 22-Jährige.


Man vermutet, dass zuvor Gewalt durch die Moralpolizei angewendet wurde. Die Polizei weist die Vorwürfe zurück.

Die durch ihren Tod ausgelösten Massenproteste in Ostkurdistan und im Iran werden seitens des autoritären Regimes mit brutaler Polizeigewalt unterdrückt.

Bei Ausschreitungen am Freitag sollen mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen sein, weitere wurden verletzt und inhaftiert. 

Text: Susann Schmidt
Fotos: Ben Baumgarten

© Jenaer Nachrichten

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