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Brief an Landesregierung

Jena fordert Maskenpflicht im Unterricht

Jenas OB Nitzsche fordert Maskenpflicht für alle Klassenstufen im Präsenzunterricht.
Jenas OB Nitzsche fordert Maskenpflicht für alle Klassenstufen im Präsenzunterricht. Foto: Jana Baumgarten/Archiv

Kinder sollen lernen können – aber sicher: Jena fordert Maskenpflicht und Testungen für den Präsenzunterricht in allen Klassenstufen.

Jena. In einem Brief an den Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport, Helmut Holter, fordert Jenas Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche im Namen des Krisenstabes klare Regelungen zu den hygienischen Maßnahmen im Präsenzunterricht.

Ausdrücklich wird das Ansinnen der Landesregierung zur Öffnung der Schulen begrüßt. Dies sei im Sinne der Entwicklung aller Schülerinnen und Schüler.

Maskenpflicht für alle Klassenstufen

Als Voraussetzung müssten aber hygienische Standards gesetzt werden. Konkret müsse die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Schule auch unterhalb der 7. Klassenstufe sowie die Pflicht des pädagogischen Personals zur regelmäßigen Testung, idealerweise zweimal pro Woche, in einer neuen Verordnung gesichert sein. 



Mit Blick auf die gestern veröffentlichte Änderung der Thüringer Sondereindämmungsmaßnahmeverordnung wird daher der Wegfall der Regelung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zumindest für das Personal und Schüler ab der 7. Klasse als äußerst kritisch betrachtet. 

Die Entscheidung hierüber liegt jetzt allein beim Thüringer Bildungsministerium, welches sich hierzu bislang noch nicht geäußert hat.

Testpflicht auch für Schulen gefordert

Ebenso ist zu kritisieren, dass die in der neuen Verordnung geregelte Testpflicht lediglich für das Personal im Bereich der Kitas und Kindertagespflege gilt, der schulische Bereich hingegen offen bleibt.

Dies sind aber nur zwei wesentliche Punkte, die der Krisenstab als unbedingt erforderlich betrachtet, damit der Start des Kita- und Schulbetriebs aus der Perspektive des Infektionsschutzes hinreichend flankiert stattfinden kann.

Weiterhin werden folgende Maßnahmen als unabdingbar für die Eindämmung der Corona-Pandemie erachtet:

  • Verkleinerung von Klassen, Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht (Teilung der Klassen in der Form, dass Schülerinnen und Schüler, die ihre Freizeit miteinander verbringen, in der gleichen Gruppe sind – "social bubble")

  • schnelle Testung von Kindern auch bei auftretenden Schnupfensymptomen, Wiederzulassung bei negativem Test 

  • versetzter Unterrichtsbeginn (auch zur Kontaktreduktion außerhalb des Unterrichts, insbesondere bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln)

Zwar sind einige dieser Maßnahmen bereits in die aktuelle Verordnung (ThürSARS-CoV-2-KiJuSSpVO) eingeflossen. Oftmals sind sie jedoch, wie insbesondere die Verpflichtung zum Verwenden einer Mund-Nasen-Bedeckung, ins Ermessen des jeweiligen Schulträgers gestellt bzw. zu einem viel zu späten Zeitpunkt festgelegt (Stufe "rot").

Gleiches gilt für den versetzten Unterrichtsbeginn. Andere sind nur als eine von verschiedenen optionalen Maßnahmen genannt, so beispielsweise der Wechselunterricht.



Derzeit sind wieder steigende Inzidenzwerte zu verzeichnen. Deutschlandweit liegt der Nachweis der hochansteckenden Corona-Mutationen bei 22 Prozent. Die Gefahr einer weiteren hohen Verbreitung des Virus ist vorhanden. Gerade vor diesem Hintergrund sind erhöhte Schutzmaßnahmen geboten. 

"Die Öffnung der Schulen und Kitas darf nicht zu einem Beschleuniger dieser Entwicklung werden. Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie das pädagogische Personal haben ein Recht auf sichere Rahmenbedingungen", sagte Nitzsche und forderte die Thüringer Landesregierung auf, den rechtlichen Rahmen dafür zu setzen.

Seitens des Jenaer Krisenstabes besteht die Hoffnung, dass diese Forderungen in der kommenden Verordnung Resonanz finden.

Quelle: Stadt Jena

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