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Trotz Kurzarbeit-Höchststand

2020 deutlich mehr Arbeitslose in Jena

Erwartbarer Anstieg trotz Kurzarbeit: Die Agentur für Arbeit Jena hat ihren Jahresrückblick für 2020 veröffentlicht.
Erwartbarer Anstieg trotz Kurzarbeit: Die Agentur für Arbeit Jena hat ihren Jahresrückblick für 2020 veröffentlicht. Foto: Ben Baumgarten

Trotz einem Höchststand bei Kurzarbeit-Inanspruchnahme ist die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Jena im Jahresdurchschnitt 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen.

Jena. Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Jena stieg im Jahr 2020 durch Corona spürbar an. Das geht aus dem Jahresrückblick der Agentur für Arbeit Jena hervor. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit stieg in diesem Kontext auf einen Höchststand seit der Wiedervereinigung.

8.374 Menschen waren im letzten Jahr durchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen, 760 bzw. 10 Prozent mehr als im Jahr 2019. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,6 auf durchschnittlich 5,5 Prozent.

Mit 8.982 Arbeitslosen verzeichnete die Arbeitslosigkeit im August ihren Höchststand. Am niedrigsten war sie vor Beginn der Pandemie im März, mit 7.603 Arbeitslosen.



Die Neuanmeldungen von Arbeitslosigkeit lagen sogar unter dem Niveau von 2019. 9.046 Personen meldeten sich nach Entlassung bei der Arbeitsagentur oder im Jobcenter, 135 weniger als 2019.

Schwieriger war es jedoch, aus Arbeitslosigkeit in Beschäftigung einzumünden. 7.202 Menschen gelang dies, 962 Personen weniger als im Vorjahr.

Kurzarbeitergeld verhinderte 2020 Schlimmeres

„Viele Arbeitsplätze konnten durch die Kurzarbeit erhalten werden. Zwar sind auch Menschen entlassen worden und in Folge war es schwieriger einen neuen Job zu finden, jedoch waren die Zugänge in die Arbeitslosigkeit im Verhältnis gesehen eher moderat“, sagt Irena Michel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Jena.



Insgesamt 4.260 Unternehmen zeigten von März bis Dezember 2020 Kurzarbeit für rund 46.200 Beschäftigte an, womit sich die Kurzarbeit als wirksames Instrument bewährte, um Personal in konjunkturell schwierigen Zeiten zu halten.

Mit der Fortführung des Kurzarbeitergeldes geht Michel davon aus, dass es auch 2021 zu keiner Entlassungswelle kommen wird und die Arbeitslosenzahlen im Sommer deutlich zurückgehen werden.

Arbeitsmarktgeschehen im Überblick:

  • Stadt Jena

Durchschnittlich 3.279 Frauen und Männer waren im Jahr 2020 arbeitslos, 348 mehr als 2019 (plus 11,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent.

Der niedrigste Wert wurde im März mit 2802 Personen gemessen. Mit 3.713 Arbeitslosen verzeichnete die Arbeitslosigkeit im August ihren Höchststand.

  • Saale-Holzland-Kreis

Durchschnittlich 1.984 Frauen und Männer waren im Jahr 2020 arbeitslos, 167 mehr als 2019 (plus 9,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent.

Der niedrigste Wert wurde im März mit 1.845 Personen gemessen. Mit 2.100 Arbeitslosen verzeichnete die Arbeitslosigkeit im Mai ihren Höchststand.

Quelle: Agentur für Arbeit Jena

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