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Wissenschaftlich erwiesen

Kreativität fördern durch Reisen

Die Seele baumeln lassen: Ein Sonnenuntergang schafft eine ruhige Atmosphäre und fördert die Kreativität.
Die Seele baumeln lassen: Ein Sonnenuntergang schafft eine ruhige Atmosphäre und fördert die Kreativität. Foto: Michael Baumgarten/Archiv

Den Alltag hinter sich lassen, fremde Länder erkunden und den Horizont erweitern - wer träumt nicht davon? Reisen können sogar noch mehr sein als entspannend und inspirierend - Forscher haben herausgefunden, dass sie die Neuroplastizität des Gehirns erhöhen und die Kreativität fördern.

Jena. Mindestens einmal pro Jahr einen Ort besuchen, an dem man noch nicht war - wer sich das Motto des Dalai Lamas zu Herzen nimmt, kann dem Gehirn zu mehr Flexibilität verhelfen. Anders gesagt: Man kommt auf Ideen, die man sonst vielleicht nie gehabt hätte. Das ist jetzt auch wissenschaftlich erwiesen.

Bessere Hirnleistung durch Reisen?

Wer sich regelmäßig auf Reisen begibt, die nicht ausschließlich aus Faulenzen und All-inclusive-Programmen bestehen, wird vieles gewinnen: neue Erfahrungen, neue Bekanntschaften und vor allem neue Denkweisen. Mit diesem Phänomen haben sich zahlreiche Neurowissenschaftler und Psychologen befasst.

Ihr Interesse galt dabei vor allem der Frage, wie sich das Reisen auf die Gehirnaktivität auswirkt. Die Erkenntnis: Reisen kann der Schlüssel zu Kreativität sein.



So stellt zum Beispiel Adam Galinsky, Sozialpsychologe an der Columbia Business School, gegenüber dem Magazin "The Atlantic" fest, dass Auslandserfahrungen die kognitive Flexibilität des Gehirns verändern.

Reisefreudige Menschen seien häufig schneller dazu in der Lage, flexibel zwischen verschiedenen Gedankengängen zu wechseln und Verbindungen herzustellen.

Den Horizont gewollt erweitern

Doch es folgt das große "Aber", denn: Reisen ist nicht immer gleich Reisen. Wer fremde Länder lediglich besucht, um sich am Hotelbuffet den Bauch vollzuschlagen und am Pool zu relaxen, wird nur wenig von einem kreativen Schub bemerken.

Anders sieht es für Reisende aus, die sich auf andere Kulturen einlassen, mit Einheimischen in Kontakt treten und Neues wagen - bei ihnen sind deutliche Kreativitätsschübe möglich.

Eine weitere wichtige Erkenntnis, die Wissenschaftler aus ihren Untersuchungen ziehen konnten: Mehr Reisen sorgen nicht zwangsläufig auch für mehr Kreativität - es kommt vielmehr auf die innere Haltung an, mit der man jeden einzelnen Auslandsaufenthalt antritt.

Wenig überraschend scheint die Tatsache, dass Reisen auch glücklich macht. So kommt beispielsweise eine Studie der Universität Tampere in Finnland zu dem Schluss, dass ein Tag Urlaub an einem anderen Ort deutlich erholsamer sein kann als ein zu Hause verbrachter Tag.



Interessant auch die Erkenntnis einer britischen Studie, wonach Reisen Kinder glücklicher macht als Spielzeug. Denn ein Urlaub fördert nicht nur die Zufriedenheit, sondern wirkt sich auch positiv auf die emotionalen Zentren des Gehirns aus und sorgt so dafür, dass Kinder konzentrierter in der Schule arbeiten können.

Entsprechend sollten Eltern nach Möglichkeit regelmäßig mit ihren Kindern in den Urlaub fahren - oder sie im jugendlichen Alter mit Gleichaltrigen losschicken, um ihnen die Chance zu geben, ihren Horizont zu erweitern.

Möglich wird das durch Jugendreise-Spezialisten wie Juvigo, die Teilnehmer aus ganz Europa zusammenführen und so den Kontakt mit anderen Kulturen, Menschen und Gepflogenheiten fördern.

Der Kreativität im Alltag auf die Sprünge helfen

Ein Trost für diejenigen, die nicht so häufig in den Urlaub kommen: Auch zu Hause lässt sich die Kreativität durch einen "Blick über den Tellerrand" fördern. Sich bewusst neuen Situationen auszusetzen führt zu ähnlichen Ergebnissen.

Ob das Probieren von unbekannten Gerichten, der Besuch eines bisher unbekannten Stadtviertels oder der Plausch mit einem Unbekannten auf der Parkbank - wer sich auf Neues einlässt, fordert sein Gehirn heraus und sorgt so dafür, dass die Kreativität sprießt.

Text: Susann Schmidt

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