Es gibt Grenzen!

Drohungen gegen Jenas Sicherheitsdezernent Koppe

Jenas Sicherheitsdezernent Benjamin Koppe.
Jenas Sicherheitsdezernent Benjamin Koppe.
Foto: CDU Jena
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Anfeindungen und Drohbrief gegen Jenas obersten Ordnungshüter Benjamin Koppe. Dezernent erstattet Anzeige.

Jena. Wie Stadtsprecher Kristian Philler am Freitag mitteilt, wird Jenas
Ordnungsdezernent Benjamin Koppe (CDU) derzeit bedroht. Anfang dieser Woche erreichte ihn eine anonyme Drohzuschrift.

In diesem Schreiben wird ihm im Zusammenhang mit den unangemeldeten Versammlungen, den sogenannten Corona-Spaziergängen, offen mit „Gewalt und einer Eskalation des Widerstands“ gedroht.

"Dieses Agieren ist absolut inakzeptabel und ich bin als Verantwortungsträger der Stadt nicht bereit, dies kommentarlos hinzunehmen. Es gibt Grenzen! Der Vorgang wurde umgehend zur Anzeige gebracht", erklärt Koppe.


Bürgermeister, Mandatsträger und Verwaltungsmitarbeitende von Städten und Gemeinden werden insbesondere während der Corona-Pandemie zunehmend zur Zielscheibe von Hass und Einschüchterungsversuchen. Drohbriefe und Anfeindungen gegenüber Politikerinnen und Politikern, auch in sozialen Netzwerken, gehören inzwischen zur Tagesordnung.

Die Lage ist in Jena seit Wochen angespannt. Die montäglichen sogenannten „Corona-Spaziergänge“ beschäftigen die Stadtverwaltung als Ordnungs- und Versammlungsbehörde, da diese Versammlungen nicht ordnungsgemäß angemeldet werden und die Regelungen der Thüringer Infektionsschutzverordnung durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht eingehalten werden.


Daher löst die Versammlungsbehörde unangemeldete Aufzüge regelmäßig mit Unterstützung der Polizei auf. Im Zuge dessen werden Ordnungswidrigkeitenanzeigen aufgenommen, die sich gegen jene Teilnehmer der Versammlungen richten, die der Auflösungsverfügung nicht nachkommen.

„An diejenigen, die sich an diesen Aufzügen beteiligen, kann ich daher nur appellieren: Schließen Sie sich diesen sogenannten Spaziergängen nicht an und schauen Sie nach links und rechts, mit wem Sie dort gemeinsam laufen.


Das Recht auf Meinungsfreiheit ist unbestritten. Lassen Sie sich aber bitte nicht von denjenigen instrumentalisieren, die unsere demokratischen und gesellschaftlichen Spielregeln ganz bewusst auf eine harte Probe stellen wollen.", so der Dezernent.

Ein gleichlautendes Signal sendeten die Mitglieder des Jenaer Stadtrats am Mittwochabend und verabschiedeten mit breiter politischer Unterstützung eine Erklärung zu politischem Respekt und Zusammenhalt in der Pandemiebewältigung.

Quelle: Stadt Jena

© Jenaer Nachrichten

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