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Opfer des Insolvenzplans

Adler-Modemarkt in Jena macht dicht

Noch ist die Adler-Filiale in Jena geöffnet. Wenn es nach dem Insolvenzplan des Konzerns geht, soll aber bald Schluss sein.
Noch ist die Adler-Filiale in Jena geöffnet. Wenn es nach dem Insolvenzplan des Konzerns geht, soll aber bald Schluss sein. Foto: Michael Schubach

Die angeschlagene Modekette Adler schließt in Jena ihre Filiale im Burgaupark. Mitarbeiter geben die Hoffnung jedoch noch nicht auf.

Jena. Der Adler-Modemarkt im Einkaufscenter Burgaupark war mehr als 20 Jahre lang ein fester Bestandteil des dortigen Einzelhandels. Doch jetzt sollen für den beliebten Modeausstatter in Jena die Lichter ausgehen.

Im Januar 2021 stellte die Mode-Kette Insolvenzantrag. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung sprang in die Bresche und gewährte dem angeschlagenen Unternehmen einen Kredit über 10 Millionen Euro.



Auch ein neuer Investor, der Berliner Mischkonzern Zeitfracht Logistics GmbH, die sich schon mit dem Aufkauf und der Rettung insolventer anderer Unternehmen beschäftigt hat, war gefunden. So zeigte man sich noch optimistisch, dass alle Filialen und deren Mitarbeiter gerettet werden können.

Nach zähen Verhandlungen stimmten Gläubiger und das Insolvenzgericht in Aschaffenburg nun den vorgelegten Insolvenzplan zu. Unter anderem sollen 40 der insgesamt 142 Filialen in Deutschland geschlossen werden. Und damit verlieren auch 550 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.

Auch Filiale in Jena vor dem Aus

Von den Schließungen betroffen: auch der Modemarkt im Burgaupark mit seinen derzeit 16 MitarbeiterInnen, so Adler-Sprecher Peter Dietz den Jenaer Nachrichten gegenüber. Was die Gründe für diese Entscheidung und den Standort waren, wollte Dietz nicht kommentieren.



Im Markt selbst herrschte heute Vormittag noch Zuversicht, das endgültige Aus noch abwenden zu können. Die Mitarbeiter gingen dem gewohnten Tagesgeschäft nach. Verkäuferinnen sprachen gegenüber der Kundschaft von weiteren Verhandlungen mit der Konzern-Zentrale.

Die Kundschaft zeigte sich von der Nachricht (OTZ berichtete zuerst) über die Schließung sehr betroffen, da man die zuvorkommende, freundliche und vor allem fachgerechte Beratung der dortigen Mitarbeiter stets schätzte.

Eins jedoch ist unumstrittener Fakt: Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen dürften maßgeblich mit zur Lage beigetragen haben. Denn selbst wenn man online bestellen konnte, so vermissten viele Kunden die persönliche Beratung im Geschäft.



Wie aus dem Insolvenzplan zu entnehmen ist, will die Modekette nun mit einer Umstrukturierung wieder in die schwarzen Zahlen kommen. So soll der Ausbau des Online-Geschäftes forciert und das Angebot in den verbleibenden Filialen erweitert werden.

Doch für die Jenaer Filiale kommen diese Maßnahmen möglicherweise zu spät.

Text: Michael Schubach

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