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Universität Jena

Ausstellung in Jena: Kinderspiele aus dem Jahr 1930

Die Ausstellung präsentiert neben Hüpfspielen und Reimen auch Spielsachen der damaligen Zeit.
Die Ausstellung präsentiert neben Hüpfspielen und Reimen auch Spielsachen der damaligen Zeit. Foto: Jens Meyer/Universität Jena

Wie haben Kinder früher gespielt? Welche Spiele sind bis heute geblieben? Eine Ausstellung an der Universität Jena beschäftigt sich mit Kinderspielen von 1930 und legt einen besonderen Fokus auf die NS-Zeit.

Jena. Mit Kinderspielen von 1930 hat sich ein Projektteam an der Universität Jena beschäftigt und präsentiert die Ergebnisse nun ab dem 6. August in einer Ausstellung.

Aufgemalte Hüpfkästchen und Kreidezeichnungen auf den Straßen sind vor allem im Sommer ein wohlvertrauter Anblick in Wohnsiedlungen, denn gemeinsame Hüpf- und Fangspiele im Garten und auf der Straße sind seit jeher ein beliebter Zeitvertreib für Kinder. Mit dieser Art des Spielens befasste sich auch ein Projektteam der Friedrich-Schiller-Univer­sität Jena.

Studierende des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften untersuchten während der vergangenen zwei Semester unter Leitung von Julia Pfeiffer die Geschichte von Kinderspielen in Thüringen im vergangenen Jahrhundert. Die Ergebnisse ihres Projektes präsentieren die Studierenden ab 6. August in einer Ausstellung an der Universität.

„Himmel und Hölle“ sowohl damals als auch heute beliebt

Was und wie haben Schulkinder in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts gespielt? Gibt es Unterschiede zu den heutigen Spielen? Diese und weitere Fragen standen im Zentrum des Projekts. „Es gibt einige Reime und Fingerspiele für Kleinkinder, die wir auch heute noch kennen und verwenden“, gibt Julia Pfeiffer Einblicke in die Ergebnisse.

Als Beispiele nennt sie den Zählreim „Das ist der Daumen, der pflückt die Pflaumen“ oder auch „Backe, backe Kuchen“. Bewegungsspiele wie das Hüpfspiel „Himmel und Hölle“ wurden bereits damals gespielt und sind heute noch beliebt.



Unbekannt aus heutiger Sicht sind vor allem die Lieder, die während der Bewegungsspiele gesungen wurden. Hier nennt Pfeiffer „Klingeling, die Elektrisch kommt“, bei dem die damals neue Straßenbahn besungen wurde.

Besonderer Fokus auf die NS-Zeit

Grundlage der Ausstellung bilden Fragebögen aus den 1930er Jahren von der Landesstelle für Thüringer Volkskunde in Jena, die hierfür gemeinsam mit dem NS-Lehrerbund zusammenarbeitete. Da die zugrundeliegenden Informationen aus der NS-Zeit stammen, stellt die Ausstellung gleichzeitig Hintergrundinformationen zum Thema Kindheit während des Nationalsozialismus bereit und setzt damit das Thema Spielen in den Kontext dieser Zeit.

Das Team erläutert, was Kindheit und Spielen im Nationalsozialismus bedeutete und wie das Spielen durch die Zeit beeinflusst wurde. Neben der Darstellung der Spiele und Reime werden in der Ausstellung einzelne Fragebögen sowie Spielsachen und Kartenspiele gezeigt, die unter anderem aus der Thüringer Spielzeugindustrie stammen.

Junge und jung gebliebene Ausstellungsgäste können sich darüber hinaus selbst bei Hüpfspielen ausprobieren.

Eröffnung am 6. August

Die Ausstellung wird am 6. August um 16 Uhr digital per Zoom eröffnet und ist dann vom 9. bis 12. August im Ausstellungsraum (Raum 023) im Hauptgebäude der Friedrich-Schiller-Universität (Fürstengraben 1) zu sehen. Zur Vernissage und zum Besuch der Ausstellung wird um vorherige Anmeldung gebeten per E-Mail an: spielend2021@gmail.com.

In Zusammenarbeit mit der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) wurde die Ausstellung digitalisiert und ist nach dem Ausstellungszeitraum virtuell begehbar. Auf seinem Blog „Spielend“ (https://spielend.wordpress.com) dokumentierte das Projektteam seine Arbeit und gibt Einblicke in den Entwicklungsprozess der Ausstellung.

Quelle: Universität Jena

 

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