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Podiumsgespräch in Jena

Zukunft Thüringer Kitas im Blickpunkt

Zukunft Thüringer Kitas im Blickpunkt
Zukunft Thüringer Kitas im Blickpunkt Foto: privat

Jena. Am Montagabend diskutierten auf Einladung der Thüringer Landeselternvertretung die Direktkandidaten der beiden Jenaer Wahlkreise zur Zukunft der Thüringer Kitas im Kubus.

„Mit großer Freude habe ich zur Kenntnis genommen, dass sich alle Parteien für eine Qualitätsverbesserung in der Kinderbetreuung ausgesprochen haben“ resümiert Tim Wagner, der als Vertreter des Stadtelternbeirates die Diskussion mit leitete. Was Qualität bedeutet und wie dieses im Rahmen leerer werdender Haushaltskassen finanziert werden soll, konnte allerdings nicht geklärt werden.

Christoph Matschie (SPD) „Wichtig für die Qualität ist die Motivation und Ausbildung der Mitarbeiter in den Kitas. Um zu gewährleisten, dass wir die Fachkräfte hier in Thüringen binden, müssen wir allerdings für eine faire Bezahlung Sorge tragen.“ Was sich allerdings relativ schwierig gestallten dürfte, da Kommunen die Kitas oft in private Trägerschaft überführen und somit der Tarifvvertrag des Öffentlichen Dienstes nicht mehr greift.

Für Frau Rosmarie Haschke (CDU), die als einzige der Runde nicht für den Landtag kandidiert und die Herren der CDU vertrat, gehören Erziehung, Bildung und Betreuung zusammen „Leider wird in der Ausbildung der Erzieher zu wenig Wert auf die Arbeit mit den Eltern gelegt.“ Gerade das ist aber im Rahmen verstärkter Elternmitwirkung heutzutage sehr wichtig. Ob der Wunsch nach einem Betreuerschlüssel von 1:3, welchen Olaf Müller (Grüne) als Ziel anstrebt realistisch ist, bleibt mehr als fraglich. Dies würde für Thüringen 20.000 Stellen für Erzieher bedeuten.

Dr. Thomas Nitzsche (FDP) bemängelte die fehlende Unterstützung des Landes für die Kommunen. „Derzeit werden die Kitapätze in Jena zu 31% durch das Land, zu 16% durch die Eltern und zu über 50% durch die Stadt finanziert. Das Land ist hier gefragt, über den Kommunalen Finanzausgleich mehr zu machen.“ An diesem Punkt waren sich alle Beteiligten schnell einig, dass der Kommunale Finanzausgleich transparenter werden muss. „Aber auch der Bund muss sich beim Thema Kita stärker engagieren“, ergänzte Christoph Matschie (SPD).

Mit Blick auf die nächsten fünf Jahre versprach Frau Dr. Gudrun Lukin (Die Linke): „Die Landtagsfraktion der Linken werde ein Modell entwickeln, in dem nicht nur die Kitas perspektivisch gebührenfrei werden, sondern auch ein kostenloses Mittagessen für alle Kinder angeboten wird.“

Die Vorsitzende der Landeselternvertretung freute sich am Ende des Abends schon auf die nächste Legislatur. Bleibt abzuwarten, ob am Ende die Prioritäten dann auch im Sinne der Kinder gesetzt werden und das vorhandene Geld in eine bessere Betreuung im Freistaat investiert wird.

Text: Tim Wagner

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