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Sicherheit verbessern

Unfällen vorbeugen: Immer mehr Lkw auf den Straßen

Wer auf Autobahnen und Landstraßen unterwegs ist, sieht immer mehr Lkw.
Wer auf Autobahnen und Landstraßen unterwegs ist, sieht immer mehr Lkw.
Foto: RainerSturm/pixelio.de
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Berichte über schwere Lkw-Unfälle häufen sich leider. Was können Lastwagen-Fahrer tun, um ihre Sicherheit zu verbessern? Hier ein paar Tipps.

Jena. Ein Zusammenstoß mit einem Lkw gehört sicherlich zu den größten Ängsten von Autofahrern. Oft sind daran nicht riskante Überholmanöver, zu dichtes Auffahren oder überhöhte Geschwindigkeit schuld. Es reicht ein Moment der Unaufmerksamkeit.

Ein umgekippter Laster, der zuvor die Fahrbahnbegrenzung touchiert hat; ein Lkw verliert seine Ladung aus Erde und Kies; ein Unfall mit Todesfolge auf der A9, weil ein Lkw in ein Stauende gefahren ist: Das sind nur einige der Schlagzeilen der ersten Maiwochen über Unfälle in Thüringen. Oft waren Lkw involviert.

Die Gründe für die Unglücksfälle sind mitunter banal: Es reicht nämlich ein kurzer Schluck aus der Wasserflasche, ein flüchtiger Blick aufs Handy oder der gefürchtete Sekundenschlaf, und das Fahrzeug legt mehrere Hundert Meter im Blindflug zurück.

Nur ausgeschlafen hinters Steuer

Das kurze Einnicken am Steuer ist so gefährlich, dass der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) eigens die Präventionskampagne "Vorsicht, Sekundenschlaf!" gestartet hat.

Auf der Autobahn viele Hundert Kilometer immer geradeaus, im diesigen Licht der Dämmerung oder gar nachts, auf die letzte Pause verzichtet, um fristgerecht zu liefern: Viele Lkw-Fahrer leiden an chronischer Übermüdung, die Unkonzentriertheit und verlangsamte Reaktionen nach sich zieht.



So zeigt eine Studie des DVR von 2017, dass Fahrer, die ausreichend geschlafen haben und sich an die vorgeschriebenen Pausen halten, sich deutlich fitter fühlen.

Maximal neun Stunden dürfen sie am Stück hinter dem Steuer sitzen, so will es das Gesetz - viele verzichten aber auf die Pausen. Die Kunden brauchen die Lieferungen in time, und die berechneten Fahrzeiten lassen sich aufgrund der Verkehrslage selten einhalten.

Autobahnabschnitte, auf denen der Verkehr wegen Bauarbeiten mehrere Kilometer nur einspurig rollt, strikte Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgrund von Fahrbahnschäden und Stop-and-go in den Stadtzentren machen es Lkw-Fahrern nicht einfacher.

GPS und Telematik zur Unfallverhütung

Um Unfällen effektiv vorzubeugen, kann sich der Einsatz von GPS-Technologie bezahlt machen. Auch wenn Datenschützer zurecht skeptisch sind und auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen pochen:

Rüstet ein Logistikunternehmen seine Fahrzeugflotte mit GPS und Telematiksystemen aus, bringt das nicht nur den Fahrern viele Vorteile, sondern trägt auch zum Umweltschutz bei.

Schlüsselbegriffe sind: Verringerung des Treibstoffbedarfs, automatische Erinnerung an Pausenzeiten und effizient planbare Routen, auf denen gefährlich dichtes Auffahren entlang einer Baustelle der Vergangenheit angehört.



Doch wie ausgeschlafen der Fahrer im Truck direkt vor oder neben ihnen ist, wissen die anderen Verkehrsteilnehmer nicht. Und sie wissen auch nicht, mit welcher Technologie der Lkw ausgestattet ist.

Grundsätzlich ist es deshalb wichtig, vorausschauend und umsichtig zu fahren. Der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug, vor allem zu einem Lkw, sollte wenigstens 50 Meter betragen, bei höherer Geschwindigkeit entsprechend mehr.

Es schadet nicht, auch tagsüber mit Licht zu fahren, in vielen Ländern ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben - unter anderem in Italien, Dänemark und Polen. Vor allem bei Regen, Nebel und glatter Fahrbahn gilt: Geschwindigkeit drosseln, rechts fahren, Abstand halten und Licht an.

In Baustellenbereichen ist die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit unbedingt einzuhalten, denn immer wieder kommt es dort zu Unfällen, weil die Fahrzeuge zu dicht aufeinander auffahren. Zuletzt sollte man auf nicht frei einsehbaren Strecken unbedingt auf Überholmanöver verzichten, vor allem wenn mehrere Lkw in Kolonne fahren.

Text: Torsten Lux