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Sechs gegen den Ex

Science City Jena empfängt ALBA Berlin

Science City Jena hofft auf eine volle, lautstark anfeuernde und leidenschaftlich mitgehende Sparkassen-Arena.
Science City Jena hofft auf eine volle, lautstark anfeuernde und leidenschaftlich mitgehende Sparkassen-Arena. Foto: Jürgen Scheere/Archiv

Sechs gegen den Ex – Science City Jena empfängt Berlin mit sechs ehemaligen Albatrossen.

Jena. Am Samstagabend um 20.30 Uhr ist es soweit. Dann empfangen die Erstliga-Basketballer von Science City Jena mit ALBA Berlin einen der namhaftesten Kontrahenten in der Sparkassen-Arena, hoffen trotz der Ausgangslage als Underdog auf eine faustdicke Überraschung.

Während das Harmsen-Team den Albatrossen im Hinspiel bis zum 47:47-Halbzeitstand die Stirn bieten konnte, aufgrund einiger virusgeplagter Ausfälle nach dem Kabinengang jedoch komplett einbrach (67:100), könnte die langersehnte Rückkehr von Martynas Mazeika dem Jenaer Spiel neue Impulse verleihen.

Martynas vor Rückkehr

„Martynas ist am Dienstagabend voll in das Mannschaftstraining eingestiegen, hat sich gut bewegt und problemlos eingefügt. Ich hoffe, dass er am Samstag zurückkommen wird“, sagt Jenas Coach Björn Harmsen vor dem Duell gegen den Ex-Serienmeister. Nach der Verpflichtung des spielintelligenten Litauers konnten die Saalestädter zwei überraschende Siege gegen Ulm und in Bayreuth feiern.

Während der international erfahrene 33-Jährige bis zuletzt an einer Adduktorenverletzung laborierte, seit dem Sieg gegen Tübingen am 17.12.2017 nur an der Seitenlinie die Daumen drücken durfte, könnte seine Rückkehr, einen bis in die Schlussphase knappen Spielverlauf vorausgesetzt, das Zünglein an der Waage bilden.

Niederlage tat richtig weh

Doch zunächst hatte Jenas Erstliga-Riesen noch an ihrer hauchdünnen 83:85-Niederlage gegen Braunschweig anständig zu kauen. „Wir waren bis zur ersten Einheit in dieser Trainingswoche aufgrund des Spielausgangs mental noch ein wenig angeschlagen, mussten das Ende verdauen“, sagt Harmsen rückblickend, bevor er die Marschroute für das schwere Duell gegen die Hauptstädter vorgab.

„Wir werden deutlich besser verteidigen, besser kommunizieren, besser aushelfen müssen. Berlin ist eine Mannschaft, die über viel Offensivkraft verfügt. Insofern werden wir nur eine Chance haben, wenn wir intensiv dagegenhalten uns gegenseitig unterstützen“, sagt Harmsen, der sich am zurückliegenden Wochenende mit Fieber herumschlagen musste.



„Ich war am Sonntag nicht auf der Höhe, meine Konzentration hat gelitten und im Spiel hab ich wahrscheinlich auch gewisse Fehlentscheidungen getroffen. Trotzdem muss man sagen, dass Braunschweig gut gespielt hat, zum Teil sehr schwierige Würfe getroffen hat. Auf eine Szene heruntergebrochen, passt der Dreier von Kone zum 83:83 leider nur allzu gut ins Bild des Spiels. Wenn er ihn nicht trifft, wir im Anschluss den Rebound holen gewinnen wir das Spiel“.

Während Kapitän Derrick Allen eine positive Bilanz zur Jenaer Hinrunde zieht, kann auch er die Enttäuschung über die knappe Niederlage gegen Braunschweig noch nicht gänzlich unterdrücken. Der 37-jährige Routinier hatte mit seinem Wurf die Chance zur Verlängerung auf der Hand, der Schuss geriet allerdings zu kurz.

„Wir haben eine überwiegend starke Vorrunde abgeliefert, zwischendrin aber eben auch immer wieder ein paar enttäuschenden Ergebnisse kassiert. Dennoch bin ich von der Qualität unseres Teams überzeugt. Es sind alles gute Jungs mit starkem Charakter, die sich als Kollektiv begreifen und ihr Ego zurückstellen.



Im Sport ist es einfach so, dass eine Saison von Höhen und Tiefen gekennzeichnet ist. Vielleicht klappt es gegen ALBA ja schon wieder mit einem Höhepunkt“, sagt Allen, der zwischen 2010 und 2012 selbst das Trikot der Albatrosse überstreifte und Jenas Club der Ex-Berliner komplettiert. Stolze sechs Akteure der Ostthüringer – Immanuel McElroy, Julius Jenkins, Derrick Allen, Oli Clay, Kyle Weaver, Martynas Mazeika - trugen bereits das Leibchen der Hauptstädter.

Bärenstarke Saison der Albatrosse

Als aktueller Tabellenzweite der easyCredit BBL spielen die Albatrosse bislang eine bärenstarke Saison. Nachdem das Team der spanischen Trainerlegende Alejandro „Aíto“ García Reneses am vergangenen Wochenende den amtierenden Deutschen Meister von Brose Bamberg mit 81:75 bezwingen konnte, werden sich Jenas Erstliga-Riesen nicht nur aufgrund der momentanen Witterung warm anziehen müssen, um das Duell offen zu halten.

Der 71-jährige Madrilene, in dessen Vita sich sowohl zahlreiche Titel als auch Mentoren-Rollen heutiger NBA-Stars (Gasol, Rubio, Porzingis) finden lassen, scheint die entsprechende Magie von der iberischen Halbinsel nach Berlin importiert zu haben, um einen gleichermaßen jungen und talentierten wie qualitativ starken Kader in Richtung Meisterschaft führen zu können.

Potentielle Durchstarter

Ungeachtet der wichtigen Korsettstangen, die wie bei so vielen Bundesligisten von Legionären besetzt sind, kommt das Team von der Spree mit potentiellen Durchstartern wie Power Forward Tim Schneider oder Point Guard Bennet Hundt nach Thüringen.

Angeführt von Aufbauspieler und ALBA-Topscorer Peyton Siva (13,3 Pkt. pG), Flügel Luke Sikma (11,7 Pkt & 7,4 Reb pG), Sohn des NBA-Hall-of-Famers Jack Sikma (Seattle Supersonics) sowie dem litauischen Sniper Marius Grigonis (46 Prozent - 3PTs) bildet dieser Kreis im bisherigen Saisonverlauf für zahlreiche Kontrahenten das Berliner Trio des Verderbens.

Allerdings wären die Jenaer Jungs nicht gut beraten, sich lediglich auf die Verteidigung dieser drei Ausnahmeakteure zu beschränken. Zu tief, zu variabel und individuell zu stark besetzt, verfügt der Kader der Albatrosse über ein homogenes Kollektiv, welches in den ab Mai startenden Playoffs durchaus in der Lage sein kann, die Phalanx der letzten Abonnements-Finalisten zu durchbrechen.

Text: Tom Prager

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