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Mikrofon übergeben

Sina Poser: Die neue Stimme der Polizei Jena

Daniel Müller übergibt symbolisch das Mikrofon an die neue Polizeipressesprecherin Sina Poser.
Daniel Müller übergibt symbolisch das Mikrofon an die neue Polizeipressesprecherin Sina Poser.
Foto: Ben Baumgarten/JENPICTURES
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Mikrofon übergeben: Sina Poser ist die neue Stimme der Polizei in Jena.

Jena. Die Polizei Jena stellt sich kommunikativ neu auf: Wo bislang Daniel Müller die Stimme der Behörde war, spricht seit dem 1. März nun Sina Poser für die Polizei – eine Frau.


Fünfeinhalb Jahre lang prägte Müller die Kommunikation der Polizei Jena. Wenn in der Stadt etwas geschah, war er derjenige, der die ersten Fakten sortierte, einordnete und für die Öffentlichkeit verständlich machte.

Ein Job, der Vertrauen verlangt – und den er mochte. „Es ist ein absoluter Vertrauensjob. Das fand ich spannend und werde es zukünftig auch ein wenig vermissen“, sagte der Hauptkommissar.


Sein beruflicher Weg führt ihn jetzt zur Kriminalpolizei, wo er künftig als Brandermittler arbeitet.

An seine Stelle tritt die 41‑jährige Sina Poser. Sie ist seit 2005 im Polizeidienst und hat bislang im Bereich häusliche Gewalt im Saale-Holzland-Kreis ermittelt – ein anspruchsvolles Feld, das viel Fingerspitzengefühl erfordert.


Jetzt wartet ein gänzlich anderes Terrain auf sie: schneller, öffentlicher, direkter. „Ich muss mich an einen ganz anderen Tagesablauf und ein neues Tempo gewöhnen“, sagt die Hauptkommissarin. „Alles muss schneller gehen.“

Doch Tempo ist für Poser kein Fremdwort. Die gebürtige Aschersleberin ist zweifache Mutter, Wettkampfsportlerin und absolviert gelegentlich einen Triathlon – eine Kombination, die Ausdauer, Disziplin und Nervenstärke verlangt.


Gemeinsam mit ihrem Mann stand sie jahrelang auf Ju‑Jutsu‑Matten und hat Platzierungen bei deutschen Meisterschaften und sogar bei einer Weltmeisterschaft erreicht. Wer sie erlebt, merkt schnell: Diese Frau lässt sich so leicht nicht aus der Ruhe bringen.

Auf die Frage, warum sie die Richtige für den Job sei, antwortet sie ohne Pathos, aber mit Überzeugung: „Ich denke, das ist mein Ding. Ich möchte gern diesen neuen Blickwinkel erkunden.“


Ein Satz, der zeigt: Poser kommt nicht nur, um eine Stelle zu übernehmen. Sie kommt, um ihr eine eigene Handschrift zu geben.

Text: Erik Pöch