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Bilanz 2025

Tag des Notrufs: „Gelbe Engel“ in Jena hob über 1.000 mal ab

Der in Jena stationierte ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 70“.
Der in Jena stationierte ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 70“.
Foto: Baumgarten/JENPICTURES/Archiv
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Mehr als 1.000 Alarmierungen: „Christoph 70“ in Jena bleibt lebenswichtiger Rettungsanker für die Region.

Jena. Wenn in Ostthüringen Sekunden zählen, hebt er ab: der gelbe Rettungshubschrauber „Christoph 70“.

Pünktlich zum „Tag des Notrufs“ hat die ADAC Luftrettung ihre Jahresbilanz am Mittwoch vorgelegt – und die zeigt eindrucksvoll, wie unverzichtbar der Helikopter für die Region geworden ist.


1.089 Einsätze flogen die Crews im vergangenen Jahr – rund zwölf Prozent mehr als 2024. 
Für die Männer und Frauen am Flugplatz Jena-Schöngleina bedeutet das: fast täglich Alarm, oft mehrmals.

Seit 1998 ist „Christoph 70“ hier stationiert, sein Einsatzradius umfasst etwa 70 Kilometer. An Bord arbeiten drei Piloten, fünf Notfallsanitäter und 15 Notärzte im Wechsel.


Unfälle bleiben Hauptgrund für Alarmierungen

Die Einsatzstatistik zeigt ein klares Bild: 34 Prozent der Einsätze galten Verletzten nach Freizeit-, Sport- oder Verkehrsunfällen.

26 Prozent betrafen Herz-Kreislauf-Notfälle wie Herzinfarkte, 19 Prozent entfielen auf neurologische Notfälle. Atemprobleme (9 Prozent) und internistische Erkrankungen (5 Prozent) folgten.


Die restlichen Einsätze betrafen psychiatrische und geburtshilfliche Notfälle.

Die meisten Alarmierungen erfolgten in Thüringen selbst (983 Einsätze), weitere in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Bayern und einmal sogar in Hessen.

Bundesweit im Dauereinsatz

Auch deutschlandweit zeigt sich die hohe Belastung der Luftrettung: 48.908 Einsätze flogen die ADAC-Hubschrauber 2025 – im Schnitt 134 Notfälle pro Tag.


Besonders auffällig: Die Zahl der Flüge in Dämmerung und Dunkelheit stieg um fünf Prozent. Möglich wird das durch moderne Nachtsichttechnik, die Landungen selbst auf unbeleuchteten Flächen erlaubt.

Auch die Zahl der anspruchsvollen Windenrettungen nahm weiter zu.

Ein Team, das Leben rettet

Wer die Crew von „Christoph 70“ erlebt, spürt schnell, dass hier Routine und höchste Professionalität Hand in Hand gehen. Wenn der Alarm ertönt, bleiben oft nur Sekunden, bis die Rotorblätter anlaufen.


Für die Menschen in der Region ist der gelbe Engel damit weit mehr als ein technisches Gerät – er ist ein Versprechen: Hilfe kommt aus der Luft, wenn sie am dringendsten gebraucht wird.

Text: Dirk Sauerbrey