Sternfahrt 2026
Lkw-Herzkonvoi: Krebskranke Kinder aus Jena glücklich gemacht
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Sternfahrt 2026: Lkw‑Herzkonvoi bereitet krebskranken Kindern aus Jena große Freude.
Jena. Ein Donnern aus Motoren und Hupen kündigte am Freitagnachmittag ein Ereignis an, das in Jena längst Tradition hat:
Rund 60 Lastwagen aus allen Teilen Deutschlands versammelten sich vor dem Universitätsklinikum, um schwerkranken Kindern und ihren Geschwistern einen Tag voller Freude zu schenken.
Zum siebten Mal startete die sogenannte Sternfahrt zur Modellbaumesse in Erfurt – ein Projekt, das von ehrenamtlichem Engagement, großer Solidarität und viel Herzblut lebt.

Vom Abschlepper bis zur Zugmaschine: Die Auswahl für die Kinder war riesengroß.
Die Fahrerinnen und Fahrer der imposanten Nutzfahrzeuge, darunter Müllwagen, Sattelschlepper, Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge, stellten ihre Freizeit zur Verfügung, um den jungen Patientinnen und Patienten ein außergewöhnliches Erlebnis zu ermöglichen.

Freude mit „Freddy“, dem Maskottchen des Basketball-Erstligisten Science City Jena.
Bevor die Motoren aufheulten, wurden die Familien herzlich begrüßt. Die Maskottchen von Science City Jena und FC Carl Zeiss Jena sorgten für gute Laune.
Prominente Unterstützung gab es in diesem Jahr von KiKA-Moderator Juri Tetzlaff, der selbst in einem der Trucks Platz nahm und die Aktion begleitete.
Der siebenjährige Alexander (l.) erkrankte vor fünf Jahren an Leukämie. Nun nimmt er bereits zum zweiten Mal an der Aktion teil. Dieses Mal hat er seinen fünfzehnjährigen Bruder Gabriel mitgebracht. Gemeinsam entschieden sich die beiden für ein ganz besonderes Fahrzeug: den 26 Tonnen schweren Lkw von Fahrer Christian Schepers. Die Maschine der Firma VP TPA ist unter anderem dafür ausgelegt, ganze Straßenabschnitte zu verlegen.
Jedes Kind durfte sich seinen Lieblings-Lkw aussuchen – ein Moment, der für viele bereits das erste Highlight des Tages war. Um 16 Uhr setzte sich der farbenfrohe Konvoi schließlich in Bewegung, eskortiert von der Polizei.
Zahlreiche Passanten winkten den Kindern am Straßenrand zu und schickten ihnen aufmunternde Gesten mit auf den Weg.
In Erfurt angekommen, erwartete die Kinder ein besonderes Privileg: Die Modellbaumesse hatte für reguläre Besucher bereits geschlossen.
So konnten die jungen Gäste ungestört Bagger, Lastwagen und Züge steuern, ausprobieren und bestaunen – ein Paradies für kleine Technikfans.
Hinter der aufwendigen Organisation steht erneut Raik Stäber, der in der internationalen Modelltruck-Szene bekannt ist. 
Organisator Raik Stäber (r.) bedankte sich bei allen Unterstützern, die diese Fahrt wieder möglich gemacht haben.
Mit sichtbarem Stolz berichtete er, dass seit Dezember der Verein „Sternfahrt Jena“ offiziell eingetragen ist. Damit soll die Aktion langfristig abgesichert und weiterentwickelt werden.
Gegen 21 Uhr traten die Familien die Rückreise nach Jena an – müde, aber erfüllt von Eindrücken, die ihnen noch lange Kraft geben dürften.
Text: Jana Baumgarten
Fotos und Video: Ben Baumgarten/JENPICTURES
