Strömung getrotzt
Ernstfall in Jena geprobt: Technisches Hilfswerk auf der Saale
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Ernstfall in Jena geprobt: Technisches Hilfswerk am Samstag auf der Saale im Einsatz.
Jena. Mit kräftigen Paddelschlägen, wachsamen Blicken und einer ordentlichen Portion Teamgeist war die Fachgruppe Wassergefahren des Technischen Hilfswerks (THW) Apolda am Samstag auf der Saale in Jena unterwegs.
Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer verlegten ihre Ausbildung bewusst ins Stadtgebiet, um unter realistischen Bedingungen für den Ernstfall zu trainieren.

Im Gewerbegebiet Göschwitz wurde das Boot gemeinsam mit dem Team ins Wasser gelassen.
Schon der Start erinnerte an den Einsatzalltag: An einer Slipstelle wurde das Schlauchboot routiniert zu Wasser gelassen, bevor die Crew stromaufwärts in Richtung Kahla aufbrach.
„Die Saale zeigte sich dabei von ihrer lebhaften Seite – perfekte Bedingungen, um Manöver zu üben, die im Einsatz über Erfolg oder Misserfolg entscheiden können“, so Johannes Krey, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit des THW.

Herausforderung: Bei Schnee, Eis und heftiger Strömung das Team zum Ufer bringen.
Besonders gefragt war Präzision. Immer wieder steuerte die Bootsbesatzung den Uferbereich an, ohne sich von der Strömung abdrängen zu lassen.
Unter der Autobahnbrücke in Göschwitz wartete die nächste Herausforderung: mehrere Hindernisse, die sicher umfahren werden mussten.
Zwei Einsatzkräfte im Bug hielten dabei ununterbrochen Ausschau nach Gefahren im Wasser, während am Steuer regelmäßig gewechselt wurde.
Gruppenführer Florian Löwinger erklärte während der Fahrt die Besonderheiten der Saale und gab Tipps, wie man ein Boot auch in schwierigem Wasser sicher führt.
Trotz des anstrengenden Einsatzes gab es am Ende zufriedene Gesichter.
„Nach mehreren Stunden intensiver Ausbildung wurde das Boot wieder auf den Trailer gezogen – erschöpft, aber zufrieden. Denn solche Übungen gehören für die Fachgruppe zum Alltag.
Im Ernstfall müssen die Helferinnen und Helfer auf völlig unbekannten Gewässern agieren können, sei es bei Hochwasser oder technischen Hilfeleistungen“, so Krey.
Text: Dirk Sauerbrey
Fotos: THW/Johannes Krey
