Nach Prozess in Budapest
Protest-Marsch in Jena: Hunderte gegen Urteil im Fall Maja T.
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Hunderte Menschen gingen in Jena auf die Straße, um gegen das Urteil für Maja T. zu protestieren.
Jena. Die umstrittene Verurteilung der aus Jena stammenden non-binären Person Maja T. in Budapest hat am Samstag eine der größten politischen Demonstrationen der vergangenen Monate in der Stadt ausgelöst.
Rund 1.000 Menschen gingen nach Polizeiangaben auf die Straße, die Veranstalter sprachen sogar von mehr als 1.200 Teilnehmenden.
Unter dem Motto „Von Jena bis Budapest: Grenzenlose Solidarität gegen rechten Terror und autoritären Kapitalismus – Freiheit für Maja“ zog der Protestzug lautstark vom Holzmarkt durch die Innenstadt.
Aus ganz Thüringen waren Polizeikräfte zusammengezogen worden, um die Demonstration zu begleiten.
Zwischenzeitlich kam es zu deutlichen Spannungen zwischen Demonstrierenden und Polizei. Pyrotechnik wurde gezündet, dichter Qualm von Nebeltöpfen lag über Teilen des Zuges.
Dennoch sprach die Polizei am Ende von einem „überwiegend friedlichen Verlauf“ – abgesehen von vereinzelten Verstößen.
Vier Straftaten wurden registriert, darunter Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, außerdem mehrere Ordnungswidrigkeiten.
Grund für den Protest war die Verurteilung von Maja T. zu acht Jahren Haft. Ihr werden Gewaltakte gegen mutmaßliche Rechtsextremisten vorgeworfen.

Unter den Demonstranten auch Wolfram Jarosch, der Vater von Maja T.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig; sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft legten Berufung ein.
Text: Jana Baumgarten
Fotos: Ben Baumgarten/JENPICTURES
