Glück gehabt
Klinikum Jena: Zweites Spenderherz rettet 38‑Jähriger das Leben
Julika Werner (2.v.l.) bekam in der Jenaer Herzchirurgie ein zweites Spenderherz. Hier mit: Oberarzt Dr. Tim Sandhaus, Ärztin Tatjana Pauli und Prof. Dr. Torsten Doenst, Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Jena.
Foto: Hellmann/UKJ
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Uniklinikum Jena: Zweites Spenderherz rettet 38‑Jähriger das Leben.
Jena. Am Universitätsklinikum Jena ist eine außergewöhnliche Herzoperation gelungen:
Eine 38‑jährige Patientin erhielt im Dezember 2025 ihr zweites Spenderherz.
Retransplantationen gehören zu den seltensten Eingriffen der Herzchirurgie – bundesweit betrifft dies weniger als ein Prozent aller Transplantationen.
Julika Werner aus Arnstadt war bereits 2013 erstmals transplantiert worden. Das Spenderorgan funktionierte rund 13 Jahre, bevor sich ihr Zustand erneut verschlechterte.
Atemnot, Wassereinlagerungen und Herzrhythmusstörungen bestimmten zuletzt ihren Alltag.
Die Ursache war nach Angaben der behandelnden Ärzte eine chronische Abstoßungsreaktion, die das Herz zunehmend versteifte.
„Man kann sich das als Versteifung des Transplantates vorstellen, sodass das Herz nicht mehr richtig pumpen kann“, erklärt Dr. Tim Sandhaus, Leiter des Herztransplantationsprogramms am UKJ.
Im Herbst 2025 wurde die Patientin erneut auf die Warteliste gesetzt, nachdem ein Versuch zur Stabilisierung durch eine Klappenrekonstruktion erfolglos geblieben war.
Drei Monate später stand ein geeignetes Organ zur Verfügung.
Das Team um Prof. Dr. Torsten Doenst, Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, transplantierte das Herz in einer rund siebenstündigen Operation – erschwert durch Verwachsungen früherer Eingriffe.
Die Patientin erholte sich schnell. „Ein Glückstreffer, weil alles so schnell ging“, meint die Patientin.
Den Eingriff verkraftet sie gut. Direkt am Tag nach der OP, startete das Team der Physiotherapie mit der Mobilisierung.
Für die junge Mutter bedeutet der Eingriff vor allem ein Stück Normalität zurückzugewinnen: Zeit mit ihrer Tochter, Gartenarbeit, wieder reisen können.
Insgesamt wurden am UKJ im vergangenen Jahr zehn Herztransplantationen durchgeführt.
Die Prognose für das neue Organ sei gut, betonen die Fachleute. Werner wird weiterhin engmaschig betreut – und blickt dennoch optimistisch nach vorn: „Ich genieße jeden neuen Tag“, sagt sie.
Quelle: Uniklinikum Jena
