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Warnstreik beim Nahverkehr

Seit 3 Uhr in Jena: Stillstand bei Bus und Bahn

Foto: Baumgarten/JENPICTURES
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Warnstreik legt Nahverkehr in Jena seit dem frühen Morgen lahm.

Jena. Seit 3 Uhr am Montagmorgen steht der öffentliche Nahverkehr in Jena und im Saale-Holzland-Kreis vollständig still.

Busse und Bahnen bleiben in den Depots – betroffen sind sämtliche Linien des Jenaer Nahverkehrs.


Grund ist ein ganztägiger Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft ver.di die Beschäftigten mit Beginn der Frühschicht aufgerufen hat.

Vor den Toren des Betriebshofes in der Kesslerstraße in Burgau versammelten sich am Morgen etwa 200 Streikende.


Mitarbeiter vom Klinikum und Nahverkehr auf dem Weg zum Streiklokal in der Sparkassen Arena. (Foto: Baumgarten/JENPICTURES)

Ein Großteil der Nahverkehrsmitarbeiter fuhr kurz nach sieben Uhr zum Uniklinikum nach Lobeda-Ost, um sich mit den dort streikenden Klinikbeschäftigten zu solidarisieren.

Gemeinsam beteiligten sie sich an einer Demonstration, die von Neulobeda über die Stadtrodaer Straße zur Sparkassen-Arena führte.


„Von 3 Uhr morgens bis 3 Uhr am Dienstag wird kein Bus und keine Bahn unterwegs sein“, erklärten die Streikenden. Fahrgäste müssen sich daher den gesamten Tag über auf massive Einschränkungen einstellen.

Mit dem Ausstand will ver.di den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die zweite Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt TV‑N Thüringen ist für den 2. März geplant.


Laut Gewerkschaft sind bundesweit fast 100.000 Beschäftigte in rund 150 kommunalen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben von den aktuellen Arbeitskämpfen betroffen. Auch in anderen Bundesländern kam es am Montag zu deutlichen Ausfällen im Nahverkehr.

Für Thüringen fordert ver.di ein umfassendes Maßnahmenpaket.


Kernpunkt ist eine tabellenwirksame Entgelterhöhung um 300 Euro monatlich ab Januar 2026, für Auszubildende um 150 Euro.



ver.di fordert das Ende der 40‑Stunden‑Woche. Foto: Baumgarten/JENPICTURES

Zudem drängt die Gewerkschaft auf die Einführung der 35‑Stunden‑Woche bei vollem Lohnausgleich. Beschäftigte sollen wählen können, ob sie zusätzliche freie Tage oder mehr Entgelt erhalten.


Auch bei den Zulagen sieht ver.di erheblichen Nachholbedarf: Schichtzulagen sollen auf TVöD‑Niveau steigen, Zuschläge verbessert werden. Gefordert wird unter anderem ein Nachtzuschlag von 25 Prozent, orientiert an der individuellen Tarifstufe.

Für mehr Entlastung sollen ununterbrochene Ruhezeiten von zwölf Stunden sowie eine maximale Dienstschichtlänge von ebenfalls zwölf Stunden ohne Ausnahmen sorgen.


Wie lange die Verhandlungen dauern und ob weitere Streiks folgen, ist derzeit unklar.

Deutlich wurde jedoch bereits an diesem Tag, welche weitreichenden Folgen ein flächendeckender Ausstand im Nahverkehr haben kann.

Text: Dirk Sauerbrey