Heute auf dem Holzmarkt

Gewalt gegen Frauen: Aufruf zur Kundgebung in Jena

Am 25. November ist Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
Am 25. November ist Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
Foto: Michael Baumgarten/Archiv
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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Aufruf zur Kundgebung am heutigen Freitag auf dem Holzmarkt in Jena.

Zum "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen" rufen verschiedene Organisationen und politische Initiativen in Jena zu einer Kundgebung am Freitag, dem 25. November, um 18 Uhr am Holzmarkt auf.


Organisator*innen sind: Jenaer Frauenhaus e. V., Jenaer Netzwerk gegen häusliche Gewalt, Frauen aus dem Iran, Feministischer Streik Jena, Frauenzentrum TOWANDA Jena e. V., Iberoamerica e. V., trans*solidarische vernetzung jena, linksjugend ['solid] und Gemeinsam Kämpfen! Jena.

Es soll gemeinsam an all die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt gedacht und erinnert werden.


Die alltägliche Erfahrung von Gewalt an Frauen und Queers ist kein Einzelfall, sondern dahinter steckt eine Struktur von patriarchaler Gewalt, die oft verschwiegen oder unsichtbar gemacht wird.

In Deutschland geschieht beispielsweise an jedem dritten Tag ein Femizid, also der Mord einer Frau aufgrund ihres Geschlechts.


Die Organisator*innen kritisieren die fehlenden Strukturen, um Betroffene angemessen versorgen zu können und die mangelnde Finanzierung der Einrichtungen, die im akuten Notfall Betroffene von Gewalt unterstützen können.

In einem Bericht der Umsetzung der Istanbul-Konvention heißt es aktuell: Statt das erforderliche Geld von 500 Mio. Euro in den Ausbau und die Förderung von Gewaltschutzeinrichtungen zu investieren, werden jährlich 3,8 Mrd. Euro für die Folgen von häuslicher Gewalt ausgegeben (vergl. Sylvia Sacco – Häusliche Gewalt Kostenstudie für Deutschland 2017).


Es wird eine umgehende Verabschiedung eines Maßnahmeplans zur Umsetzung der Istanbul Konvention und die Bereitstellung der dafür notwendigen finanziellen Mittel in Thüringen gefordert!

Außerdem wollen die Organisator*innen aufmerksam machen auf die aktuelle feministische Revolution, die in Iran stattfindet. Sie wird von Frauen und Queers angeführt.


Die Reaktion des iranischen Regimes darauf sind brutale Repressionen, sexualisierte Gewalt, Ermordung und Festnahme der Protestierenden. Doch die Proteste und der Kampf für ein freies Leben geht weiter.

Es wird eine konsequente feministische Außenpolitik für alle Frauen und Queers in allen Ländern gefordert! Aktuell im Hinblick auf die Unterstützung der feministischen Revolution im Iran, die Unterdrückung durch die Taliban in Afghanistan oder die aktuell massiven Angriffe der Türkei auf Kurdistan (Syrien und Irak).


Für die Unterstützung aller Frauen auf der Flucht und für all jene Personen, denen das Recht auf die Selbstbestimmung über ihre eigenen Körper abgesprochen wird, wie zuletzt in Polen, Ungarn, der Türkei oder den USA.

„In Solidarität stehen wir zusammen, denn nur gemeinsam sind wir stark!“ heißt es in der Einladung zum 25.11.2022.

Quelle: Jenaer Frauenhaus e.V.

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