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Ratgeber: Vergleichen und sparen

Girokonto: Wechsel zu Online-Banken lohnt oft

Der Wechsel zu einer Online-Bank lohnt oft.
Der Wechsel zu einer Online-Bank lohnt oft.
Foto: Thorben Wengert / pixelio.de
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Immer häufiger erheben Banken und Sparkassen Gebühren für das Girokonto. Grund dafür sind die niedrigen Zinsen der Europäischen Zentralbank. Ein Kontowechsel kann daher lohnenswert sein.

Jena. Anfang März hat die Europäische Zentralbank (EZB) verkündet, dass der Leitzins auf 0 Prozent gesetzt und der Zins für Einlagen der Banken bei der Notenbank weiter ins Negative gesenkt wird. Dieser Negativzins hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Zinsen – beispielsweise in Form von geringen Sparzinsen einerseits und niedriger Bauzinsen andererseits.

Vor allem die Volksbanken und Sparkassen reagieren mit Preiserhöhungen auf die Entwicklungen, die insbesondere Inhaber von Girokonten betreffen. "Die Zeit kostenloser Girokonten ist vorbei", meint Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV).

Auch für Kunden, die keine Beratung vor Ort benötigen, sondern ihre Finanzen ausschließlich per Mausklick regeln, gelten die Maßnahmen. Gebühren fallen sowohl beim Geldabheben am Automaten als auch beim Ausdrucken von Kontoauszügen am Selbstbedienungsterminal an. Darüber hinaus sollen Kunden künftig auch für die Transaktionsnummern (TAN) per SMS beim Onlinebanking zahlen.

Fehlende Transparenz bei anfallenden Kosten

Dabei fehlt es den verschiedenen Kontomodellen oft an Transparenz. Teilweise muss man auf der Webseite der jeweiligen Bank erst intensiv suchen, um die konkreten Kosten für Abhebungen, Kontoauszüge oder Onlineservices zu finden. Bereits zuvor waren einige Gebühren der Banken aufgrund von Gerichtsurteilen als umstritten eingestuft worden, wie beispielsweise für die Zustellung von Kontoauszügen oder den Ersatz einer verlorenen Girokarte. Einem Artikel der Stuttgarter Nachrichten zufolge müssen verschwundene Karten von der Bank kostenfrei ersetzt werden.

Darauf sollte man beim Kontowechsel achten

Viele Verbraucher denken mittlerweile über einen Kontowechsel nach. "Wer ein günstiges Girokonto eröffnen will, der sollte darauf achten, dass es keine Kontoführungsgebühren gibt, keine Gebühr für Buchungen und keine Kosten für Bank- oder Kreditkarte", rät Sigrid Herbst von der FHM-Finanzberatung. "Außerdem sollte man kostenlos Bargeld abheben können."

Bei einem Wechsel des Girokontos lohnt es sich, Angebote von Online-Banken wie etwa der norisbank ins Auge zu fassen. So zeigt ein Vergleich von Girokonten ohne monatliche Grundgebühr der Plattform Check 24, dass sich auch weiterführende Kosten bei den Online-Angeboten in Grenzen halten.

Rainer Gerhard, der als Geschäftsführer für den Bereich Finanzen bei Check 24 tätig ist, prognostiziert dauerhaft gebührenfreie Girokonten im Online-Bereich: "Insbesondere Direktbanken, die ihre Produkte ausschließlich über das Internet vertreiben und sich dadurch die Kosten für die Unterhaltung eines Filialnetzes sparen, werden weiterhin gebührenfreie Konten anbieten."

Laut Stiftung Warentest lohnt sich ein Kontowechsel, wenn man für sein Onlinekonto mehr als 40 Euro jährlich zahlt und für ein Filialkonto mehr als 80 Euro. Nur wegen einer möglichen Prämie sollte man sein Konto jedoch nicht wechseln, rät die Verbraucherorganisation.  

Text: Thorsten Lux
Foto: Thorben Wengert