Mehr Geld gefordert
Erneuter Warnstreik am Uniklinikum Jena: Akutversorgung gesichert
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Erneuter Warnstreik am Universitätsklinikum Jena: Beschäftigte erhöhen den Druck.
Jena. Am kommenden Dienstag (27. Februar) beteiligt sich das Personal des Universitätsklinikums Jena am bundesweiten Streiktag im Gesundheitswesen.
Bereits ab 6 Uhr versammeln sich die Beschäftigten vor dem Klinikum, ab 8 Uhr ziehen sie in einem Demonstrationszug durch Lobeda-Ost und Lobeda-West.
Hintergrund des Protests sind die stockenden Tarifverhandlungen der Länder. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) legte auch in der zweiten Verhandlungsrunde Mitte Januar kein Angebot vor. Für ver.di ein unhaltbarer Zustand.
Gewerkschaftssekretärin Teresa Gärtner kritisiert, die Arbeitgeber ließen „jegliche Wertschätzung“ vermissen und trügen die Verantwortung für die Ausweitung der Warnstreiks.
Die Beschäftigten fordern sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit sollen um 20 Prozentpunkte steigen.
Für Auszubildende verlangt ver.di 200 Euro mehr sowie eine unbefristete Übernahme nach erfolgreichem Abschluss.
Zudem steht die Angleichung der Arbeitszeiten zwischen Ost und West im Fokus: In ostdeutschen Unikliniken wird wöchentlich 1,5 Stunden länger gearbeitet.
Krankenpfleger Andreas Keitel betont, dass Universitätskliniken Spitzenmedizin leisten und die schwierigsten Fälle behandeln: „Doch die Beschäftigten sollen weniger verdienen als in kommunalen Krankenhäusern – das passt nicht zusammen.“
Am Streiktag wird der Klinikbetrieb spürbar eingeschränkt sein, die Notfallversorgung bleibt jedoch gesichert.
ver.di-Gewerkschafter Philipp Motzke-Bohn unterstreicht, dass verantwortungsbewusst gestreikt werde. Gleichzeitig fordert er die Arbeitgeber auf, faire Bedingungen zu schaffen, um weitere Abwanderung aus dem Gesundheitswesen zu verhindern.
Die Tarifverhandlungen werden am 11. Februar 2026 in Potsdam fortgesetzt.
Quelle: ver.di
