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Ermittlung gegen Burschenschaftler

Streit vor Flüchtlingsheim in Kahla eskaliert

In Kahla soll eine Gruppe Burschenschaftler junge Flüchtlinge angegriffen haben.
In Kahla soll eine Gruppe Burschenschaftler junge Flüchtlinge angegriffen haben. Foto: Michael Baumgarten/Archiv

Ein Streit zwischen Burschenschaftlern und minderjährigen Flüchtlingen eskalierte am Samstagabend in Kahla. Polizei und Staatsschutz haben die Ermittlungen übernommen.

Kahla. Die Polizei war am Samstag um 22.45 Uhr von einem Mitarbeiter eines Heimes für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Kahla gerufen worden. Der Anrufer bat um Unterstützung, da zwei Heimbewohner angegriffen worden sein.

Wie die Polizei mitteilt, hatten sich in einem Haus gegenüber des Heims mehrere Burschenschaftler im dortigen Dart-Club getroffen. Einige Personen standen vor dem Haus und rauchten. Dabei kam es nach Schilderung der Jugendlichen zu Äußerungen des Missfallens gegenüber vier jungen Flüchtlingen, die sich vor dem Heim aufhielten.

Gegenwehr mit Faustschlag

Diese reagierten mit der Frage, was denn das Problem sei. Nach Aussage der Jugendlichen sei dann ein Mann über die Straße gekommen und habe zwei Jugendliche am Kragen gepackt. Die Jugendlichen wehrten sich und versetzten dem Mann einen Schlag.

Dies rief andere Besucher des Vereinsheimes auf den Plan. Ungefähr sieben Personen verfolgten die vier Jugendlichen ins Innere des Heimes. Ein Betreuer stellte sich ihnen entgegen und forderte sie auf, die Einrichtung sofort zu verlassen. Nach längerem Wortgefecht kamen die Eindringlinge dem nach.

Zwei 17-jährige Jugendliche wurden anschließend zur Untersuchung in die Zentrale Notaufnahme eingeliefert.



Im Rahmen der Ermittlungen stellte die Polizei die Personalien aller zum Teil stark alkoholisierten anwesenden Personen im Dart-Club fest. Auch dies geschah unter längeren Diskussionen in aufgeheizter und aggressiver Atmosphäre, wobei die Beamten u.a. als „Auschwitz-Vergaser“ diffamiert und beleidigt wurden.

Erst nach der Ankündigung weiterer Maßnahmen waren die Burschenschaftler, von denen einige der rechten Szene Kahlas angehören, bereit, ihre Personalien anzugeben.

Mehrere Anzeigen nach Vorfall

Derzeit bearbeitet der Staatsschutz bei der Kriminalpolizei Jena mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung und Beleidigung (gegen die Polizeibeamten). Aufseiten der Burschenschaftler wurde ebenfalls Anzeige wegen Körperverletzung gegen die Jugendlichen erstattet.

Quelle: Polizei Jena

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