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Online-Handel: Ich zeig dir, was dir gefällt

In Online-Modeshops kann man rund um die Uhr in aller Ruhe das passende Kleidungsstück auswählen, ohne lange suchen oder an der Kasse anstehen zu müssen.
In Online-Modeshops kann man rund um die Uhr in aller Ruhe das passende Kleidungsstück auswählen, ohne lange suchen oder an der Kasse anstehen zu müssen. Foto: Michael Baumgarten

Die Zukunft des Online-Handels wird erforscht: Einkaufen im Internet soll mehr zum Shoppingerlebnis werden.

Jena. Heutzutage lässt sich fast alles online erledigen. Wir können Essen bestellen, Bankgeschäfte tätigen, die neueste Musik hören, das Outfit für die Party am Wochenende zusammenstellen, Verträge abschließen - und das alles, ohne einen Fuß vor die Tür zu setzen.

Der Online-Bekleidungshandel als größte Warengruppe beschert der deutschen Wirtschaft jährlich einen Umsatz von knapp 12 Milliarden Euro - nach wie vor mit Tendenz nach oben, auch wenn die Umsatzsteigerungen aktuell deutlich geringer ausfallen als in den vergangenen Jahren.

Denn die Mehrheit der Deutschen bevorzugt immer noch den Einkauf im Ladengeschäft. Will der Onlinehandel seine Umsätze halten oder gar ausbauen, sind kreative Ideen und neue Technologien erforderlich.

Nicht jeder bevorzugt den Onlinekauf

Die Vorteile des Kleidungskaufs im Internet liegen auf der Hand. In Online-Modeshops kann man rund um die Uhr in aller Ruhe das passende Kleidungsstück auswählen, ohne lange suchen oder an der Kasse anstehen zu müssen. Hinzu kommt, dass viele Onlineshops häufig eine größere Auswahl führen als die Ladengeschäfte.

Dennoch vermissen viele Kunden beim Onlinekauf Aspekte, die das eigentliche Shoppingerlebnis ausmachen. Dazu gehören insbesondere die Haptik der Textilien und natürlich das Anprobieren. Wer seine Kleidung online kauft, weiß nicht, ob das Kleidungsstück wirklich passt, ob die Schuhe bequem sind oder wie sich ein Stoff auf der Haut anfühlt.



Man muss bis zu einem gewissen Grad das "Risiko eingehen" und die gekaufte Ware im Zweifelsfall an den Händler zurückschicken, wenn sie nicht passt oder gefällt. Beim Kleidungskauf besteht daher eine größere Diskrepanz zwischen Onlinekauf und dem Einkaufserlebnis im Geschäft als bei anderen Produktgruppen.

Vorhersagen über das Kaufverhalten

Dieses Dilemma hat der Onlinehandel erkannt. Wie dieser Artikel ausführt, versuchen die Onlinehändler deshalb, sich weiterzuentwickeln - immer mit dem Ziel, ihren Kunden ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten. Die Richtung ist eindeutig: In Zukunft soll sich der Kunde nicht mehr durch das Angebot klicken müssen, sondern individuelle Outfits vorgeschlagen bekommen, die genau seinen Geschmack treffen und zu seiner Suchintention passen.

Hierzu bedarf es möglichst genauer Vorhersagen darüber, was dem Kunden gefallen könnte. Dazu werden Daten über das Einkaufsverhalten des Users gesammelt, etwa wie lange er bei welchem Produkt verweilt, was er anklickt und wie lange er mit welchem Schritt im Kaufprozess beschäftigt ist.

Je mehr Informationen der Händler über einen Käufer besitzt, desto umfassender wird das Kundenprofil und desto präziser lässt sich vorhersagen, wonach der Kunde suchen wird und was ihm vermutlich gefällt. In Zukunft müssen wir also nicht mehr einen kompletten Onlineshop durchstöbern, sondern bekommen direkt Outfits vorgeschlagen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit unserem Geschmack entsprechen.

Text: Susann Schmidt

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