Enver Şimşek gedacht
Gegen das Vergessen: Jena erinnert an die NSU-Opfer
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Stilles Gedenken: Jena erinnert 25 Jahre nach dem Mord an Enver Şimşek an die NSU-Opfer.
Jena. Rund 60 Menschen versammelten sich am Donnerstagnachmittag auf dem Enver-Şimşek-Platz in Jena-Winzerla, um der Opfer des rechtsextremen NSU zu gedenken.
Anlass war der 25. Todestag von Enver Şimşek, der am 11. September 2000 seinen schweren Verletzungen nach einem Anschlag in Nürnberg erlag. Er war das erste von zehn Mordopfern des NSU.
Erinnerung und Mahnung
Oberbürgermeister Thomas Nitzsche erinnerte in seiner Rede an alle Opfer – neun mit migrantischem Hintergrund sowie die Polizistin Michèle Kiesewetter. 
Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche während seiner bewegenden Rede. Foto: Stadt Jena
Er betonte die Notwendigkeit einer umfassenden gesellschaftlichen Aufarbeitung und kritisierte die damaligen Ermittlungen, die Hinweise auf rechtsextreme Motive lange ignorierten.
Hier die ganze Rede: https://rathaus.jena.de/de/zum
Stimmen der Angehörigen und Experten
Eine Audiobotschaft von Semiha Şimşek, der Tochter des Ermordeten, wurde abgespielt.
Im Anschluss sprach Michael Ebenau über die NSU-Hintergründe in Jena und die Bedeutung historischer Aufarbeitung.
Forschung und Vermittlung
Mit dem Rosenthal-Stipendium für politische Bildung soll ab Herbst die Jugendsozialarbeit der 1980er- und 1990er-Jahre erforscht werden.
Ziel ist die Entwicklung eines Vermittlungskonzepts für Jenaer Schulen.
Die Ausstellung „Der Weg in den ‚Untergrund‘“ in der Villa Rosenthal ergänzt die Erinnerungsarbeit.
Blumen für die Opfer
Zum Abschluss legten viele Gäste Blumen an der Gedenktafel nieder – ein stilles Zeichen gegen Hass und für ein respektvolles Miteinander.
Quelle: Stadt Jena
