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Stadtrat für Nachhaltigkeit

Jena feiert mit Mehrweg-Geschirr

Zur Müllvermeidung soll auf Märkten und Festen zukünftig auf Wegwerfgeschirr aus Plastik verzichtet werden.
Zur Müllvermeidung soll auf Märkten und Festen zukünftig auf Wegwerfgeschirr aus Plastik verzichtet werden. Foto: Jürgen Scheere/Archiv

Auf Märkten, Festen sowie Veranstaltungen der Stadt Jena soll Mehrweggeschirr in Zukunft gezielt unterstützt werden. Einweg-Plastik wird dazu abgeschafft.

Jena. Nach knapp einem Jahr Debatte hat der Stadtrat in Jena auf Initiative der Grünen nun den Schritt gewagt und sich deutlich zum Mehrwegsystem bekannt.

Es soll ein neues flächendeckendes Konzept vorgelegt werden, wie auf Wegwerfgeschirr aus Plastik verzichtet werden kann und für Catering auf Veranstaltungen der Stadt selbst sowie für städtische Märkte und Feste gilt. Mehrweggeschirr soll gezielt unterstützt werden.

Kathleen Lützkendorf, Ortsteilbürgermeisterin im Jenaer Zentrum und Stadträtin der Grünen erläutert: „Wir haben ein echtes gesellschaftliches Problem zu lösen und dies geht nur mit klaren Spielregeln.



Gerade bei den Festen in der Innenstadt landet viel Müll häufig nicht im Eimer, sondern auf der Straße. Jetzt brauchen wir zügig eine praktikable Lösung, damit es für HändlerInnen und VeranstalterInnen funktioniert. Wir können als Stadt Vorbild sein!“

Auch in kommunalen Einrichtungen, Eigenbetrieben und Gesellschaften im Einflussbereich der Stadt (z. B. Freibäder) soll geprüft werden, wie die Ausgabe von Stoff- und Papiertragetaschen und beim Anbieten von Speisen und Getränken der Verzicht auf Plastikgeschirr und die Verwendung von Mehrweggeschirr verpflichtend eingeführt werden kann.

Jährlich rund sechs Milliarden Plastiktüten

Die Menge an Verpackungsmüll aus Plastik ist in den letzten Jahren auf ein Rekordhoch gestiegen. Die meisten Verpackungen werden nur wenige Sekunden oder Minuten genutzt. Einweggeschirr ist dabei besonders ärgerlich und eine Verschwendung von Ressourcen.

Plastikverpackungen und Einweggeschirr benötigen je nach Kunststoff 100 - 500 Jahre um zu verrotten bzw. abgebaut zu werden. Neben wachsenden Müllbergen gibt es nach Angaben des Umweltbundesamtes weltweit rund 7,5 Millionen Tonnen Plastik in unseren Meeren und so auch auf unseren Tellern, da Fische Plastikteile, die sich im Wasser befinden, verschlucken.



In Deutschland fallen laut dem Umweltbundesamt und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit derzeit jährlich im Durchschnitt 71 Plastiktüten pro Einwohnerin und Einwohner an. Dazu kommen vielfach formgepresste Einwegplastiken.

Jährlich werden ca. sechs Milliarden Plastiktüten allein in Deutschland verbraucht. Nur ein geringer Teil davon wird recycelt oder thermisch verwertetet. Etwa 90 Prozent der Plastiktüten landen auf Mülldeponien.

Quelle: Bündnis 90/Die Grünen

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