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Lichtblick im Abstiegskampf

3:1 gegen Wiesbaden: Wichtige Punkte für Jena

Der Jenaer Kapitän Rene Eckardt im Zweikampf mit dem Wiesbadener Sören-Kurt Reddemann.
Der Jenaer Kapitän Rene Eckardt im Zweikampf mit dem Wiesbadener Sören-Kurt Reddemann. Foto: imago images/Christoph Worsch

Nach dem peinlichen Pokalaus am Mittwoch in Nordhausen betrieb der FC Carl Zeiss Jena am Samstagnachmittag mit dem 3:1-Heimsieg gegen das Drittliga-Spitzenteam SV Wehen Wiesbaden Wiedergutmachung und rückt den Nichtabstiegsplätzen wieder ein Stück näher.

Jena. Vor Spielbeginn gab es eine Gedenkminute für den kürzlich verstorbenen ehemaligen Arzt des FCC, Dr. Johannes Roth. Dann wurde es aber Ernst, für Jena im Kampf gegen den Abstieg, für die Hessen, die ihre Aufstiegschance wahren wollten.

Nachdem Jo Coppens und Maximilian Wolfram auf der Linie ihr Team vor einem frühen Rückstand bewahrten (16.), gelang dem FC Carl Zeiss Jena praktisch im Gegenzug die Führung (17.). Kapitän Rene Eckardt war im Anschluss an die zweite Flanke nach einem Eckball mit dem Kopf zur Stelle.

Wehen zeigte danach, was für Potenzial in dem Team steckt und erspielte sich Chancen zum Ausgleich, der aber durch aufopferungsvolle Jenaer Defensivarbeit und einen starken Keeper Coppens verhindert wurde. Stattdessen gelang Phillip Tietz in einem Entlastungsangriff das 2:0 (27.), gleichzeitig der Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel hatte Daniel-Kofi Kyereh von Halblinks gleich gute Einschussmöglichkeit, wurde aber gerade noch zur Ecke abgeblockt (47.). Als Kölns Keeper Kolke den Ball gegen pressende Jenaer am eigenen Strafraum verdaddelte, kam der Ball über Starke zu Maximilian Wolfram, der das 3:0 auf dem Fuß hatte, aber vom Sechzehner knapp verzog (59.).



Einzig negativ anzumerken auf FCC-Seite: Einer aus dem FCC-Fanblock konnte es wieder mal nicht lassen und musste unbedingt Rauch produzieren, einfach unverbesserlich manche (62.). Auf dem Spielfeld agierte Jena nun mehr aus einer Konterstellung heraus, weil Wehen zunehmend mehr für die Offensive tun musste.

So ergaben sich Konterchancen, Manfred Starke machte einen Haken zu viel im Strafraum und fuhr sich fest, der Ball gelangte trotzdem noch Richtung Tor, aber zu schwach (67.). Trainer Lukas Kwasniok war sogar „ein wenig erbost“, dass seine Spieler das dritte Tor nicht früher machten.

Dafür gelang den Hessen der 1:2-Anschlusstreffer. Manuel Schäffner köpfte einen Kopfball-Querpass aus Nahdistanz über die Linie (73.). Damit musste Jena und seine Fangemeinde noch zittern, auch weil Jena beste Konterchancen ausließ. Rene Eckardt hat in der Mitte die Möglichkeit nach rechts oder links abzuspielen auf die freien Mitspieler, versucht es aber allein und wurde abgeblockt (88.).

Wieder Coppens (89.) rettete in höchster Not. Dann spielte Jena endlich mal einen Konter bis zum Ende aus, das Tor durch Felix Brügmann zum entscheidenden 3:1 setzte dem Spiel die Krone auf (90.+3.). „Der FCC ist wieder da“, sangen nun die Fans. Und aus den Lautsprechern tönte es nach dem Schlusspfiff: „Wunder gibt es immer wieder.“, wie wahr, aber immer noch steht der FCC auf einem Abstiegsplatz und es sind noch vier Spieltage.



Nächsten Sonntag, 28. April, 13:00 Uhr muss Jena in Unterhaching spielen, dann folgt das nächste Heimspiel gegen die Würzburger Kickers (4. Mai, 14:00 Uhr).

Trainerstimmen:

Rüdiger Rehm (Wiesbaden): „Glückwunsch an Jena zum Sieg, sie haben drei Tore gemacht, wir nur eins. Die erste Halbzeit war entscheidend, wir hatten viele Chancen, Jena hat mit Leidenschaft verteidigt, einen hervorragenden Torwart und aus wenig Chancen zwei Tore gemacht. Da wurde es in der zweiten Hälfte schwierig. Uns hat die letzte Präzision gefehlt, der letzte Pass kam nicht an.“

Lukas Kwasniok (Jena): „Wir hatten vor allem in Halbzeit Eins das Glück auf unserer Seite, haben aus zweieinhalb Chancen zwei Tore erzielt und einen herausragenden Torwart. Das Problem, das bei einer 2:0-Führung etwas die richtige Spannung fehlt und damit der Gegner stark gemacht wird. Wir haben heute vielleicht mit Glück drei Punkte geholt, manchmal in der Vergangenheit nach guten Spielen statt drei nur einen Punkt. Wir haben nun noch vier schwere Spiele vor der Brust. Aber Vorsicht, im Zuge des Erfolges macht man manchmal die größten Fehler. Wir müssen nach zwei Tagen Osterfeiertagspause weiter hart und konzentriert arbeiten.“

Jena: Coppens - Grösch, Gerlach (ab 28. Slamar), Florian Brügmann. Eckardt, Kübler, Volkmer, Starke, Schau, Wolfram (ab 86. Eismann), Tietz (ab 77. Fel. Brügmann)

Wiesbaden: Kolke - Mockenhaupt, Reddemann, Dittgen, Schäffler, Mrowca, Shipnoski, Kyereh, Kuhn (ab 72. Brandstetter), Gül (ab 46. Schmidt), Wachs (ab 74. Diawusie)

Tore: 1:0 Eckardt (17.), 2:0 Tietz (28.), 2:1 Schäffner (73.), 3:1 Felix Brügmann (90.+3.)

Gelbe Karten: Koczor, Wolfram (FCC), Gül, Kyereh, Dittgen, Wachs, Brandstetter, Reddemann (SVWW)

Zuschauer: 5.577

Text: Steffen Langbein

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