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Bäckerei Kwak

Ende einer Ära: Letzter „echter“ Bäcker in Jena für immer dicht

Die Verkäuferinnen Sabine Altenberend (l.) und Friederike Ewers haben um 8:15 Uhr die letzten Brötchen über den Tresen gereicht.
Die Verkäuferinnen Sabine Altenberend (l.) und Friederike Ewers haben um 8:15 Uhr die letzten Brötchen über den Tresen gereicht.
Foto: Baumgarten/JENPICTURES/Archiv
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Ende einer Ära: Letzter „echter“ Bäcker in Jena ist seit Samstag für immer dicht.

Jena. Das Ende einer Ära: Am heutigen Samstagmorgen öffnete die Bäckerei Kwak in Wenigenjena ein letztes Mal ihre Türen.

Nach mehr als 60 Jahren sieht sich das Geschäft nun gezwungen, zu schließen.


Es musste sich der angespannten wirtschaftlichen Situation und Problemen bei der Personalakquise letztlich beugen, so jedenfalls die offizielle Begründung.

Das Gebäude in der Karl-Liebknecht-Straße 50 beherbergt bereits seit mehreren Jahrzehnten Bäckereien:


Hier war seit 1963 die Backstube von Kwaks.

Drei Backbetriebe gaben sich hier bereits den Staffelstab in die Hand – erst Geist, dann König und vor rund 60 Jahren dann Kwak.

Im Jahr 1963 von Alois Kwak gegründet, hatte das Geschäft bereits schwere Zeiten überstanden und die Wende als einzige Traditionsbäckerei in Jena überdauern können.


Doch diese Erfolgsgeschichte scheint nun, zum großen Bedauern für Angestellte und Kundschaft, ein jähes Ende gefunden zu haben.


Auch die Filiale in der Karl-Liebknecht-Straße 15 bleibt für immer geschlossen.

Es war ein trauriger Morgen für die Angestellten der beiden Filialen des Backbetriebs in der Karl-Liebknecht-Straße. Sie standen heute zum letzten Mal gemeinsam hinter dem Verkaufstresen.

Die beiden Verkäuferinnen Sabine Altenberend und Friederike Ewers haben täglich die Kundinnen und Kunden begrüßt und deren Wünsche erfüllt, stets mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht.


Altenberend gehörte quasi zum Inventar der Bäckerei: Ganze 28 Jahre arbeitete die inzwischen 59-Jährige in den zwei verschiedenen Filialen für den Betrieb.


Die Regale wurden am letzten Tag in wenigen Stunden leer gekauft.

In diesem langen Zeitraum hat sie ein ganz besonderes Gespür für ihre Kundschaft entwickeln können. „Mit den Jahren wusste man bei vielen Kunden schon ihre Bestellung“, verriet die Bäckereifachverkäuferin stolz.


Dass sie zukünftig nicht mehr hier arbeiten wird, kann sie bislang nicht ganz begreifen: „Ich weiß wirklich nicht, wie es jetzt weiter geht.“

Das wissen auch viele Menschen in Wenigenjena noch nicht. Sie kauften, manche über mehrere Generationen, hier regelmäßig Brot, Brötchen oder die beliebten Kameruner, müssen sich zukünftig jedoch nach alternativen Einkaufsmöglichkeiten umsehen.


Letzter Einkauf: Dr. Margret Franz holt noch einmal ihr Nordländer Brot.

Zur langjährigen Kundschaft zählte unter anderem auch Dr. Margret Franz, Stadtratsmitglied für Bündnis 90/Die Grünen.

Neben dem besonderen Service und der Herzlichkeit der beiden Verkäuferinnen wird sie besonders das Nordländer Brot der Bäckerei, ihre Lieblingssorte, vermissen.


Mit Kwak verschwindet die letzte wirkliche Jenaer Bäckerei aus der Stadt. Inhaber und Angestellte möchten sich abschließend bei allen Stammkundinnen und -kunden für deren jahrelange Treue bedanken.

Text: Erik Pöch
Fotos: Baumgarten/JENPICTURES

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