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„Sternstunden im EAS“

„Klassentreffen“ des Jenaer Frauenfußballs mit Voss-Tecklenburg

Martina Voss-Tecklenburg zurück in Jena: Ein Abend voller Frauenfußball-Geschichte.
Martina Voss-Tecklenburg zurück in Jena: Ein Abend voller Frauenfußball-Geschichte.
Foto: Baumgarten/JENPICTURES
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„Sternstunden im EAS“: Martina Voss-Tecklenburg beim „Klassentreffen“ des Jenaer Frauenfußballs.

Jena. „Sternstunden im EAS“ – so heißt die aktuelle Veranstaltungsreihe von Elf5 und dem FCC, in deren Rahmen am Donnerstagabend die ehemalige Nationalspielerin, Bundestrainerin und Trainerin des FF USV Jena - Martina Voss-Tecklenburg zu Gast war.

Zu Beginn des Abends zeichnete der Ehrenamtsbeauftragte der Thüringer Staatskanzlei, Guntram Wothly, mit Andreas Haase, Harry Stenzel-Schmähling und Cindy Ruddat drei Ehrenamtliche des Jenaer Frauenfußballs stellvertretend für viele weitere aus.


v.l.n.r. Andreas Haase, Ehrenamtsbeauftragter Guntram Wothly, Cindy Ruddat und Harry Stenzel-Schmähling. Foto: Thomas Corbus

Es war wie ein „Klassentreffen“ mehrerer Generationen des Jenaer Frauenfußballs – von den Anfängen in den 1980er-Jahren beim USV Jena mit Heidi Vater und Steffi Scheitler bis zu Felicia Sträßer aus dem aktuellen Bundesligateam, einem Paradebeispiel für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit in Jena.
 

Die Moderatoren des Abends, Michael Stolz und Sebastian Kerber, spannten den Bogen vom Karrierebeginn Martina Voss-Tecklenburgs bis heute.


Martina Voss-Tecklenburg stellte sich den Fragen von Sebastian Kerber, Pressesprecher der FCC-Frauen.

Als 15-Jährige (!) gewann sie 1983 in ihrer Heimatstadt mit dem KBC Duisburg nach nur dreimonatiger Vereinszugehörigkeit den DFB-Pokal. Ein Jahr später war sie mit 16 bereits Nationalspielerin.

Die ehrgeizige Voss-Tecklenburg strebte jedoch nach Höherem und wechselte 1989 zum TSV Siegen, dem damaligen Nonplusultra des Frauenfußballs (sechsmal Meister und fünfmal Pokalsieger zwischen 1987 und 1996).

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Dort begegnete sie auch erstmals dem USV Jena, der sich als letzter DDR-Meister 1991/92 in das Abenteuer Erste Bundesliga stürzte. Für Voss-Tecklenburg ging es 1994 zurück nach Duisburg, wo sie 1993 ihre aktive Karriere beendet hatte.

Auch als Trainerin feierte sie mit dem FCR 2001 Duisburg Erfolge, unter anderem 2009 den Gewinn des UEFA Women’s Cups. Und wieder kreuzten sich die Wege mit Jena – im Pokalfinale 2010, das der Favorit mit 1:0 gewann.


Heidi Vater - Fußballpionierin des Frauenfußballs in Jena.

Heidi Vater, damals Trainerin des FF USV, richtete sich mit vielsagenden Worten an die anwesenden aktuellen Halbfinalistinnen: „DFB-Pokal-Finale – es lohnt sich!“

Als Voß-Tecklenburg 2011 in Duisburg gehen musste („Ich weiß bis heute nicht, warum.“), kam das Angebot aus Jena – und sie nahm es an. Laura Brosius und Julia Arnold aus dem damaligen Team hielten es zunächst für einen Aprilscherz, dass eine so bekannte Persönlichkeit des Frauenfußballs nach Thüringen kommen sollte.

Auch für MVT, wie sie in Fachkreisen genannt wird, war es Neuland. Bisher vor allem von Erfolgen verwöhnt, musste sie nun lernen, mit mehr Niederlagen als gewohnt umzugehen.


FF USV-Cheftrainerin Martina Voss-Tecklenburg mit ihrem damaligen Co-Trainer Daniel Kraus.

Das habe sie nachhaltig geprägt. „Jena trage ich bis heute in meinem Herzen“, sagte sie glaubhaft. Die Spielerinnen beeindruckte besonders, wie die Trainerin ihnen trotz ihres Ehrgeizes mit Menschlichkeit „auf Augenhöhe“ begegnete.

Nach einem halben Jahr war in Jena jedoch schon Schluss, als sie das Angebot als Schweizer Nationaltrainerin erhielt und „schweren Herzens“ annahm. Es folgten sechs Jahre in der Schweiz und danach fünf Jahre als Bundestrainerin – eine Zeit, die physisch und psychisch alles abverlangte.


Nach einer notwendigen Auszeit schlug sie neue Wege ein und arbeitet heute unter anderem als Gruppen- und Individualcoachin mit Kindern. Zudem ist sie als TV-Expertin tätig und seit zehn Jahren Mitglied im Aufsichtsrat von Fortuna Düsseldorf. Und: „Meine wichtigste Aufgabe seit vier Jahren ist Oma.“

Als Zuhörer bekam man das Gefühl: Wenn es einen Motivationsschub für die aktuelle Generation im Frauenfußball gebraucht hat, um die schwierige Situation in der Bundesliga zu meistern, dann war es dieser Abend.

„Positivität behalten, an die eigene Leistung glauben“, gab MVT der vollständig anwesenden FCC-Frauenmannschaft mit auf den Weg. „Man wird belohnt, wenn man ehrgeizig ist!“


v.l.n.r. Falk Buchmann (Hauptsponsor des Abends), Prof. Werner Riebel (Institution des Jenaer Frauenfußballs) und Martina Voss-Tecklenburg.

Zum Schluss erhielten stellvertretend für Spieler- und Trainerinnen verschiedener Generationen Martina Voss-TecklenburgHeidi Vater, Steffi Scheidler, Silvia Michel, Laura Brosius, Julia Arnold, Susann Utes, 
Merza Julevic und Felicia Sträßer sowie Professor Werner Riebel, den Sternstunden-Award.

Text: Steffen Langbein
Fotos: Baumgarten/JENPICTURES
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