OB appelliert
Streik im Nahverkehr: Stadt Jena warnt vor finanziellen Folgen

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Anhaltender Streik des Nahverkehrs: Die Stadt Jena warnt nun vor ernsten finanziellen Folgen.
Jena. Angesichts der laufenden Tarifverhandlungen im Tarifvertrag Nahverkehr (TV‑N) und der anhaltenden Warnstreiks hat sich Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche mit einem dringenden Appell an den Kommunalen Arbeitgeberverband gewandt.
In seinem Schreiben fordert er, die von ver.di erhobenen Forderungen auf ein finanziell tragbares Maß zu begrenzen.
Hintergrund ist, dass der öffentliche Nahverkehr in Jena durch mehrtägige Streiks nahezu vollständig zum Stillstand gekommen ist – mit erheblichen Folgen für Pendlerinnen und Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie die auf Busverbindungen angewiesenen Ortsteile.
Nach Angaben der Stadt würden die aktuellen Gewerkschaftsforderungen den Jenaer Nahverkehr finanziell überfordern. Die Kosten könnten um rund 17 Prozent beziehungsweise etwa 4,2 Millionen Euro pro Jahr steigen.
Besonders kritisch bewertet die Stadt die geforderte Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich: Allein im Fahrdienst müssten rund zwanzig zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen werden, was angesichts des angespannten regionalen Arbeitsmarkts kaum realisierbar sei.
Auch Bürgermeister und Finanzdezernent Benjamin Koppe warnt vor massiven Belastungen für den städtischen Haushalt. Weder die Stadtwerke noch die Stadt Jena könnten die zusätzlichen Zuschüsse dauerhaft tragen.
Koppe verweist darüber hinaus auf die bundesweit angespannte Finanzlage der Kommunen. Sollten die Kosten im Nahverkehr weiter steigen, seien Leistungskürzungen im Angebot kaum zu vermeiden – mit deutlichen Nachteilen für all jene, die täglich auf Bus und Bahn angewiesen sind.
OB Nitzsche warnt vor langfristigen Schäden für den öffentlichen Nahverkehr: Sinkende Leistungen bei steigenden Kosten könnten Fahrgäste abschrecken und die Klimaziele der Stadt gefährden. Jena setze stattdessen darauf, das bestehende Fahrplanangebot zu erhalten und die Mobilität zukunftsfähig zu gestalten.
Parallel zum Schreiben an den Arbeitgeberverband richtet die Stadt Jena auch einen Appell an ver.di. Die Gewerkschaft solle die weiteren Verhandlungen mit Augenmaß und Blick auf das Gemeinwohl führen.
Ziel müsse ein Tarifabschluss sein, der wirtschaftlich tragfähig bleibt und den Nahverkehr langfristig stabilisiert.
Quelle: Stadtverwaltung Jena

















