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Diamantene Hochzeit

Liebe, Baustellen, Pharmazie: 60 Jahre Eheglück bei den Beyers aus Jena

Uta und Hartmut Beyer verbrachten ihren 60. Hochzeitstag in China. Stolz zeigen sie ein Foto, das sie während ihres Ausflugs zur berühmten Terrakotta-Armee aufgenommen haben.
Uta und Hartmut Beyer verbrachten ihren 60. Hochzeitstag in China. Stolz zeigen sie ein Foto, das sie während ihres Ausflugs zur berühmten Terrakotta-Armee aufgenommen haben.
Foto: Anton Kull
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Ein Paar, zwei Wege, ein Leben: Uta und Hartmut Beyer aus Jena feiern 60 gemeinsame Jahre.

Jena. Wenn die Eheleute Uta und Hartmut Beyer aus dem Nordviertel in Jena heute auf ihr gemeinsames Leben blicken, dann tun sie das mit einer Wärme, die man im Raum förmlich spüren kann.

Zwei Jenenser, geboren in derselben Stadt, sogar auf derselben Oberschule – und doch führte erst ein Tag im Juni 1965 in Leipzig ihre Wege endgültig zusammen.


„Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich der Jubilar noch heute – und man glaubt es ihm sofort.

Am 16. April 1966 gaben sich die beiden in der Albert-Schweitzer-Gemeinde in Jena das Ja-Wort.


Uta war damals bereits mit ihrem ersten Sohn schwanger, und vielleicht war es gerade diese Mischung aus jugendlicher Zuversicht und Verantwortung, die den Grundstein für eine Ehe legte, die nun seit sechs Jahrzehnten Bestand hat.

Ein Leben zwischen Baustellen, Pharmazie und Familie

Der 81‑Jährige absolvierte von 1962 bis 1964 eine Lehre als Betonbauer und holte parallel an der Abendoberschule das Abitur nach. Anschließend studierte er an der Bauhochschule in Leipzig, brach das Studium jedoch selbst ab.


Es folgten fünf Jahre Fernstudium zum Bauingenieur. Seine berufliche Laufbahn begann er bei der Bau‑Union Gera.

Bis 1983 stieg er zum Abteilungsleiter für Arbeitsvorbereitung im Bau‑ und Montagekombinat Erfurt (BMK) auf. Im September 1989 übernahm er die Position des Bereichsleiters für Jena‑Gera bei der Strabag.


Viele Jahre war er in gleicher Funktion bei der Ed. Züblin AG, einer Strabag‑Tochter, tätig – ein Mann, der anpackte, Verantwortung übernahm und oft weit über Jena hinaus unterwegs war.

Die 82‑jährige Ehefrau studierte Pharmazie in Leipzig und arbeitete später als Apothekerin in Bürgel und Jena.

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Während ihr Mann auf Baustellen und in Besprechungsräumen unterwegs war, hielt sie das Zuhause zusammen – mit viel Herz, großem Organisationstalent und ihrer Leidenschaft fürs Kochen.

Gemeinsam zogen sie zwei Söhne groß; später kamen zwei Enkel hinzu, die das Familienglück komplett machten.

Reisen statt Feiern – eine Tradition

Während andere Paare große Feste planen, packen die Beyers lieber ihre Koffer. Schon zu DDR-Zeiten reisten sie viel, später dann um die ganze Welt.


Im Namen des Oberbürgermeisters der Stadt Jena übergibt Dr. Christoph Vietze (Ortsteilbürgermeister von Jena-Nord) einen Geschenkkorb. Foto: Anton Kull

„Feiern war nie unser Ding“, sagt die Jubilarin schmunzelnd. Und so überrascht es kaum, dass die diamantene Hochzeit nicht in Jena begangen wurde, sondern während einer Reise durch China und Taiwan – ein Jubiläum, das sie, ganz in ihrem Stil, lieber in der Ferne als im Festsaal verbrachten.

Fußballleidenschaft und familiäre Rücksicht

Hartmut Beyer ist seit 1954 glühender Fan des FC Carl Zeiss Jena. Seine Verbundenheit ging weit über das Stadion hinaus: Er engagierte sich in verschiedenen Gremien und war von 2009 bis 2011 sogar Präsident des Vereins – ein Ehrenamt, das Zeit und Energie forderte.


Seine Ehefrau hingegen war nie bei einem Spiel dabei. Fußball war nicht ihre Welt. Sie widmete sich lieber der Familie, dem Garten, dem Kochen und dem Alltag, der ohne ihren Mann oft organisiert werden musste.

„Das alles unter einen Hut zu bekommen, ging nur mit viel Verständnis und Rücksichtnahme“, sagt sie – und man spürt, dass genau diese Haltung ihre Ehe getragen hat.

60 Jahre – und kein bisschen leiser

Sechzig Jahre Ehe bedeuten unzählige gemeinsame Entscheidungen, Kompromisse, Herausforderungen und Glücksmomente.


Uta und Hartmut Beyer haben all das erlebt – und sind dabei immer sie selbst geblieben: ein Paar, das sich ergänzt, respektiert und liebt.

Text: Anton Kull

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