Montag bis Mittwoch
Drei Tage Stillstand: Nahverkehr in Jena streikt wieder
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Drei Tage Stillstand: Warnstreik legt Nahverkehr in Jena und im Saale-Holzland lahm.
Jena. Fahrgäste in Jena und dem Saale-Holzland-Kreis müssen sich ab Montag auf erhebliche Einschränkungen einstellen.
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat erneut zu einem Warnstreik im Thüringer Nahverkehr aufgerufen – diesmal für volle drei Tage.
Von Montag, 9. März, bis einschließlich Mittwoch, 11. März, sollen die Beschäftigten ihre Arbeit niederlegen.
Betroffen sind unter anderem der Jenaer Nahverkehr (JNV) sowie die JES Nahverkehrsgesellschaft, die den Saale-Holzland-Kreis bedient. Auch in zahlreichen weiteren Thüringer Städten und Landkreisen wird es zu Ausfällen kommen.
Hintergrund: Tarifverhandlungen festgefahren
Auslöser für den erneuten Arbeitskampf ist die aus Sicht von Verdi „anhaltende Blockadehaltung“ des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Thüringen (KAV).
In der dritten Verhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber erneut abgelehnt, über ein von den Beschäftigten gefordertes Wahlmodell zur Arbeitszeitgestaltung überhaupt zu verhandeln.
„Die Arbeitgeber mauern dogmatisch – und die Kolleginnen und Kollegen antworten aus den Betrieben heraus“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Paul Schmidt am Freitag. Wer am Verhandlungstisch blockiere, müsse mit einem deutlichen Echo rechnen.
ver.di fordert unter anderem eine schrittweise tarifliche Arbeitszeitverkürzung von 38 auf 35 Stunden pro Woche. Beschäftigte sollen künftig wählen können, ob sie Teile einer Tariferhöhung als Geld oder als zusätzliche freie Zeit erhalten.
Das Modell soll nach Gewerkschaftsangaben die hohe Belastung im Nahverkehr abfedern.
Der KAV verweist hingegen auf bestehende gesetzliche Teilzeitregelungen – aus Sicht der Gewerkschaft ein unzureichender Ansatz, der strukturelle Probleme nicht löse.
Streik findet dezentral statt – keine Großkundgebung
Während die Beschäftigten zuletzt mit einer Demonstration vor der Erfurter Staatskanzlei Druck gemacht hatten, setzt ver.di diesmal auf Aktionen direkt an den Betriebshöfen, Depots und Werkstätten.
Zum Streik aufgerufen sind unter anderem die Verkehrsbetriebe in Erfurt, Jena, Eisenberg, Nordhausen, Gera, Weimar, Mühlhausen, Sondershausen, Gotha und im Weimarer Land.
Für Pendlerinnen und Pendler bedeutet der dreitägige Warnstreik vor allem eines: viel Geduld. Busse und Straßenbahnen werden in weiten Teilen Thüringens nur eingeschränkt oder gar nicht fahren.
Die Unternehmen kündigten an, ihre Fahrgäste kurzfristig über Notfahrpläne und Ausfälle zu informieren.
Ob die Tarifparteien in den kommenden Wochen wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Der Konflikt um Arbeitszeiten und Entlastung im Nahverkehr spitzt sich weiter zu.
Quelle: ver.di
