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Innovative Technik

Uniklinik Jena: Nanolaser gegen Grauen Star

Mit einem Laserstrahl im Nanosekundenbereich zerkleinert Prof. Daniel Meller den altersschwachen Linsenkern, der anschließend durch eine Kunstlinse ersetzt wird.
Mit einem Laserstrahl im Nanosekundenbereich zerkleinert Prof. Daniel Meller den altersschwachen Linsenkern, der anschließend durch eine Kunstlinse ersetzt wird. Foto: Anna Schroll/UKJ

Mit Nanolaser gegen den Grauen Star: Innovative Technik bei Augenlinsen-Operation am Uniklinikum Jena.

Jena. Sehen wie durch einen Schleier, verblassende Farben, zunehmende Blendempfindlichkeit – so kündigt sich der Graue Star an. Bei der Volkskrankheit, die vor allem Menschen jenseits der 60 betrifft, trübt sich die Augenlinse allmählich ein, das Sehvermögen lässt spürbar nach.

Eine Brille allein hilft da meist nicht viel. Mit einer Operation, bei der die altersschwache Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt wird, ist die Erkrankung aber gut behandelbar. Allein an der Augenklinik des UKJ werden jährlich 2.000 Linsen in minimal-invasiven Eingriffen, für die nur zwei bis drei winzige Schnitte nötig sind, ausgetauscht.

Etabliert ist eine Operationstechnik, bei der der Linsenkern mittels Ultraschall-Vibrationen verflüssigt und über eine Hohlnadel abgesaugt wird. Neuerdings nutzt die Klinik als einzige in Thüringen bzw. im mitteldeutschen Raum dafür auch ein besonders innovatives Verfahren: die Kataraktchirurgie mittels Nanolaser.



„Bei dieser Operationstechnik wird ein Laserstrahl im Nanosekundenbereich erzeugt und in einer stiftähnlichen Sonde auf ein Titanplättchen geleitet“, erklärt Klinikdirektor Prof. Daniel Meller. „Die dadurch entstehende Energie löst Schock- beziehungsweise Stoßwellen aus, womit der Linsenkern zerkleinert wird.“

Dessen Bruchstücke werden dann gleichzeitig über die nur etwa einen Millimeter große Sonde abgesaugt. Anschließend wird die Kunstlinse mit einem anderen Instrument in den Kapselsack eingesetzt. Bei dem nur wenige Minuten dauernden Eingriff nutzt der Augenchirurg ein Mikroskop, das eine bis zu zehnfache Vergrößerung der Linse ermöglicht.

Worin bestehen die Vorteile des innovativen Verfahrens? Im Unterschied zur bisher etablierten Technik entwickelt sich beim Nanolaser keine Wärme im Augengewebe. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Handstücken bleibt die Spitze des Laserhandgriffes kalt. Ein Austritt von Laserlicht aus dem Handstück ist nicht möglich.



„Das Verfahren ist also schonender für das der Linse benachbarte Augengewebe“, so Prof. Meller. Das Komplikationsrisiko sei sehr gering. Sterile Einmal-Instrumente, die bei der Nanolaser-Technik zum Einsatz kommen und nach dem Eingriff entsorgt werden, sorgen für eine noch größere Sicherheit.

Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt vom Schweregrad der Linseneintrübung ab. Denn die geringere Energieabgabe des Nanolasers setzt dem Verfahren auch Grenzen, wie der Klinikchef klarstellt.

„Einsatzmöglichkeiten sind frühe bis moderate Formen der Linsentrübung mit noch nicht zu starker Einschränkung der Sehkraft.“ Bei stärkerer Ausprägung sei die bisherige Ultraschall-Technik besser geeignet, damit können auch stark verhärtete Katarakte angegangen werden.

Grundsätzlich gilt bei einer Katarakt-Operation: Die Entscheidung wird immer individuell vom Arzt nach einer gründlichen Untersuchung und Beratung der Patienten getroffen. Dazu gehören vor allem die Messung des Augapfels und die Berechnung der Hornhautkrümmung.

Text: Anke Schleenvoigt/UKJ

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