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Gänsehautatmosphäre im EAS

FC Carl Zeiss Jena: Pokal-Aus gegen den VfB Stuttgart

Im Zweikampf Jenas Justin Gerlach (re.) und der Stuttgarter Timo Werner.
Im Zweikampf Jenas Justin Gerlach (re.) und der Stuttgarter Timo Werner. Foto: Michael Baumgarten

Der FC Carl Zeiss Jena hat die Pokal-Überraschung vor 18.000 Zuschauer im proppevollen, hell erleuchteten Ernst-Abbe-Sportfeld denkbar knapp verpasst. Der Viertligist unterlag am Mittwochabend dem Bundesligisten VfB Stuttgart mit 2:0.

Jena. Der VfB-Tross, der erst reichlich eine Stunde vor Spielbeginn im Stadion ankam, musste durch ein Spalier von Zeiss-Fans in die Kabine und konnte schon mal etwas raue Luft schnuppern. „Hier regiert der FCC“, hallte es vielstimmig. Dazu eine schöne Choreographie der FCC-Fans in der Südkurve.

Kopfballduell zwischen Jenas Niklas Erlbeck und dem Stuttgarter Martin Harnik.Kopfballduell zwischen Jenas Niklas Erlbeck und dem Stuttgarter Martin Harnik.Auch auf dem Spielfeld ließen die bis in die Haarspitzen motivierten FCC-Spieler den Stuttgartern nicht viel Raum. Technische Klasse sah man beim Erstligisten schon das eine oder andere Mal, aber zunächst meist brotlose Kunst gegen den kampfstarken Gastgeber.

Nach den ersten 20 Minuten, die ohne größere Gefahr überstanden wurden, fiel dann doch das 0:1 durch eine Einzelleistung von Martin Harnik, der einen Einwurf aufnahm, sich gegen zwei Verteidiger durchsetzte und flach vollendete (22.).

Jena bekam aber auch noch seine Chancen vor der Pause. Schade, dass Velimir Jovanovic nach Baer-Eingabe den Ball nicht richtig traf (36.). Etwas später schaufelte Justin Gerlach den Ball aus spitzem Winel über Keeper Tyton, aber auch übers Tor (38.). Großer Klassenunterschied war bisher nicht zu sehen.

Nach dem Wechsel fand ein artistischer Kopfball von Starke nach Bürger-Flanke nicht den Weg ins Tor (49.). Der VfB kontrollierte das Geschehen, schien das Ding jetzt schon nach Hause schaukeln zu wollen. Ein paar schnelle Konter waren allerdings kreuzgefährlich. Einen davon vereitelte Raphael Koczor gegen Harnik (62.).

Dann köpfte Marcel Baer den Ball von der Linie (65.). Die beste FCC-Chance hatte Maximilian Schlegel, der im VfB-Strafraum nach einer Unsicherheit der Gästeabwehr den Ball über den Kasten spitzelte (74.). Als Jena in der Schlussphase alles nach vorn warf, fuhr der VfB einen 5:1-Konter.

Den ersten Schuss konnte Koczor parieren, den Nachschuss von Daniel Davidi berührte Niklas Erlbeck auf der Torlinie im Fallen mit der Hand (90.+1.)- Rote Karte - Elfmeter – 0:2 (90.+3.) Das war es leider für den FCC. Aber letztendlich hat Jena gut gegengehalten, am Ende stand ein Arbeitssieg des Bundesligisten.

Die Heimmannschaft wurde mit viel Applaus von den Fans verabschiedet. Die Sensation blieb diesmal aus, das Normale ist eingetreten. Nun kehrt wieder der Alltag ins Paradies ein - aber schön war es trotzdem. Bleibt zu hoffen, dass die Jenaer Spieler den Schwung dieser Pokalatmosphäre mit in den Ligaalltag nehmen. Drittliga-Derbys in der nächsten Saison mit ähnlich guter Stimmung (nur ohne Zusatztribüne) sollten dafür Anreiz genug sein.

Trainerstimmen:

Alexander Zorniger (VfB): „Heute gab es drei Gewinner: Erstens zum Glück wir, zweitens die Jenaer Mannschaft, drittens das Publikum. Nach dem 1:0 haben wir leider nicht das zweite Tor gemacht. Insgesamt haben wir die Jenaer Offensive kontrolliert und wenig Torchancen zugelassen und verdient gewonnen. Ich wünsche dem FC Carl Zeiss Jena alles Gute für die Zukunft.“

Volkan Uluc (FCC): „Glückwunsch an meinen Kollegen. Wir haben heute einen Riesenfight abgeliefert. Natürlich ist es ärgerlich, wenn man sich durch einen Einwurf beim 0:1 übertölpeln lässt. Dass man in so einem Spiel nicht so viel Chancen bekommt, ist klar. Ich denke, wenn erst kurz vor Schluss die Entscheidung fällt, muss man als Underdog zufrieden sein. Es war für uns ein Riesenabend und tolle Werbung für die Stadt.“

FCC: Koczor, Krstic (ab 80. Wiezik), Krauße, Klingbeil, Starke, Erlbeck, Gerlach, Vojvoda (ab 54. Schlegel), Baer, Eismann, Jovanovic (ab 65. Jo. Pieles),

VfB: Tyton, Schwaab, Sunjic, Baumgartl, Harnik, Didavi, Heise, Klein (ab 61. Ristl), Werner (ab 87. Insua Zapata), Ferat (ab 75. Wanitzek)i, Maxim,

Torfolge: 0:1 Harnik (22.), 0:2 Maxim (Handelfmeter, 90.+3.)

Text: Steffen Langbein
Fotos: Michael Baumgarten

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