9:7 nach Elfmeterschiessen
FC Carl Zeiss Jena wirft Erfurt raus und steht im Pokalfinale

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Mit einem 9:7-Erfolg im Elfmeterschießen beim FC Rot-Weiß Erfurt sichert sich der FC Carl Zeiss Jena den Einzug ins Thüringer-Pokal-Finale.
Jena. In einem unglaublichen Pokal-Halbfinal-Fight siegte der FC Carl Zeiss Jena beim Erzrivalen Rot-Weiß Erfurt nach Elfmeterschießen und steht im Thüringer Pokalfinale am 23. Mai zu Hause gegen den ZFC Meuselwitz.
Der Anpfiff verzögerte sich um fast 20 Minuten, weil zunächst im Gästeblock Banner die Fluchttore verhängten. Dann ging es auf dem Platz schnell zur Sache.
Einen langen Pass von Nils Butzen nahm Justin Schau mit und hob das Leder über RWE-Keeper Lorenz Otto zum 1:0 für den FCC (3.).
Doch zwei Minuten später gab es schon Elfmeter für die Gastgeber (5.). Eine harte Entscheidung: RWE-Kapitän Til Linus Schwarz geht mit (eigentlich zu hohem) Bein zum Ball gegen Malik Talabidi, es kommt zum Kontakt, Talabidi fällt – und Schiedsrichter Chris Rauschenberg zeigt auf den Punkt.
Maxime Awoudja nahm das Geschenk an, und das Pokalmatch begann wieder bei null (7.).
Aber nicht lange – nur bis zum nächsten Steilpass von Kapitän Butzen. Diesmal lief Kevin Lankford seinem Gegenspieler davon und verwandelte flach zur erneuten FCC-Führung (11.).
Die Gästeführung hielt diesmal etwas länger. Dann passte Romarjo Hajrulla von der Grundlinie zurück. Obed Ugondu drehte sich – wie einst Gerd Müller im WM-Finale 1974 – auf engstem Raum und schob den Ball ins lange Eck zum 2:2 (31.).
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Kurz vor dem Pausenpfiff legte Jena wieder vor. Eine Flanke aus dem linken Halbfeld von Jannes Werner verwandelte Lankford aus ganz spitzem Winkel und tunnelte dabei Keeper Otto (42.).
Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es eine kurze Unterbrechung, weil aus der FCC-Kurve dicke blaue Rauchwolken die Sicht einschränkten.
Dann konnte FCC-Keeper Marius Liesegang den Ball nicht festhalten, Ugondu schoss aus spitzem Winkel aufs leere Tor, doch der Ball rollte am langen Pfosten vorbei (52.). Eine Minute später gab es – ungewöhnlich spät für ein Derby – die erste Gelbe Karte (für Marcel Hoppe).
Zwei Minuten später kassierte der FCC den dritten Ausgleich. Jena bekam den Ball nicht aus dem Strafraum, Kapitän Schwarz war zur Stelle – 3:3 (55.). Die erneute FCC-Führung verhinderte die Latte (57.), Maurice Hehne war der Absender per Kopf.
Nach ein paar eher ruhigen Minuten traf Sören Reddemann nach einer Ecke beim Klärungsversuch ins eigene Tor zum 4:3 für die Gastgeber (80.).
Doch diesmal schlug Jena zurück. Der eben eingewechselte Nicolas Wähling verwandelte einen 25-Meter-Freistoß unhaltbar zum 4:4 (88.).
Lankford hatte die Entscheidung in der Nachspielzeit auf dem Kopf, scheiterte aber am stark reagierenden Otto (90.+6.) – also Verlängerung.
In der Extrazeit war wieder Jena mit der schnellen Führung dran. Otto parierte stark einen Prokopenko-Hammer, Amar Suljic setzte nach und dessen Eingabe schoss Lankford Ben-Luca Moritz an – Eigentor – 5:4 für Jena (91.).
Die Zeiss-Elf verteidigte mit Leidenschaft, hatte dann aber Pech. Der 60 Sekunden vorher eingewechselte Boipego Mashigo zog aus halbrechter Position ab, Wähling fälschte den Ball ab, der sich als Bogenlampe zum 5:5 ins lange Eck senkte (112.).
Dabei blieb es – also ging es ins Elfmeterschießen.
Selbst im Strafstoßschießen gab es eine Unterbrechung, weil Marius Liesegang mit einem Laserpointer gestört wurde. Danach parierte der FCC-Keeper zwei Elfer und Wähling machte mit dem 9:7 den Deckel drauf – Jena im Finale!
Ausgerechnet der FCC vermiest damit dem RWE sein 1.000. Heimspiel unter dem Namen „Rot-Weiß“! Fast auf den Tag genau 16 Jahre nach dem letzten FCC-Sieg im Steigerwaldstadion (3:0 am 24. März 2010) gewinnt Jena in einem epischen Pokalfight beim Erzrivalen.
Volkan Uluc sagte auf der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel: „Es ist ein großes Spiel, welches durch kleine Details entschieden wird.“ – Wie recht er doch hatte.
Schon am Mittwoch (1. April, 19:00 Uhr) geht es für den FCC in der Regionalliga weiter beim Tabellenletzten Hertha Zehlendorf.
RWE: Otto - Dehl (ab 91. Assiby-Mensah), Awoudja, Schwarz (ab 101. Soares), Moritz, Wolf, Caciel, Boboy (ab 110. Mashigo), Falcao (ab 67. Fehler), Hajrulla (ab 87. Claxton), Ugondu
FCC: Liesegang - Talabidi, Reddemann, Hehne (ab 84. Hessel), Butzen, Hoppe (ab 84. Wähling), Werner (ab 79. Prokopenko), Fritz, Schau (ab 84. Suljic), Oduah (ab 64. Burmeister), Lankford
Torfolge: 0:1 Schau (3.), 1:1 Awoudja (7.), 1:2 Lankford (11.), 2:2 Ugondu (31.), 2:3 Lankford (42.), 3:3 Schwarz (55.), 4:3 Reddemann (80./ET), 4:4 Wähling (88.), 4:5 Moritz (91./ET), 5:5 Mashigo (112.)
Elfmeterschießen: 6:5 Fehler, 6:6 Hessel, Awoudja – Liesegang hält, 6:7 Prokopenko, Assiby-Mensah – Liesegang hält, 6:8 Fritz, 7:8 Ugondu, 7:9 Wähling
Zuschauer: 15.040
Gelb: Hoppe, Werner, Prokopenko, Lankford (FCC), Falcao, Awoudja, Wolf (RWE)
Text: Steffen Langbein
Fotos: Thomas Weigel


















