Gedenken an NSU-Opfer

Enver-Şimşek-Platz: Neuer Name für Haltestelle in Jena

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Etwa ein Jahr nach der Eröffnung des Enver-Şimşek-Platzes in Jena-Winzerla soll nun auch die angrenzende Bus- und Straßenbahnhaltestelle Damaschkeweg nach dem ersten Mordopfer des NSU benannt werden.

Jena. Die Stadt Jena plant offenbar, die Bus- und Straßenbahnhaltestelle Damaschkeweg in Jena-Winzerla nach dem ersten Opfer der Mordserie der terroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)“ in Enver-Şimşek-Platz umzubenennen.

Wie Jenas Stadtsprecher Kristian Philler bestätigt, wird ein entsprechender Antrag durch Oberbürgermeister Thomas Nitzsche, unterstützt von SPD und Linke, in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses des Stadtrates am 16. November beraten werden.



Zuvor wurde der Antrag in die letzte Sitzung des Winzerlaer Ortsteilrates eingebracht. Durch die ablehnenden Stimmen von CDU und AfD fand sich dort jedoch keine Mehrheit.

Gegenüber der OTZ sagte Julia Langhammer von den Linken, die auch sachkundige Bürgerin im Kulturausschuss ist: „Wir erleben immer wieder, wie tief rassistische Argumentationsmuster in der Gesellschaft verankert sind. Ein klares Votum für den Namen Enver-Şimşek-Platz ist eine Möglichkeit, dem eine Absage zu erteilen und das Leid, das dadurch verursacht wird, sichtbar zu machen.“



Erst im September 2020 wurde der nahe der Haltestelle Damaschkeweg gelegene Platz zum Gedenken an die NSU-Opfer in Enver Şimşek umbenannt (wir berichteten Platz nach NSU-Opfer in Jena benannt).

Sollte der Kulturausschuss dem Antrag mehrheitlich folgen, wird neben den Kosten im obereren sechsstelligen Euro Bereich auch die technische Umsetzung eine große Herausforderung für den Jenaer Nahverkehr werden, da die korrekte türkische Schreibweise auf den digitalen Anzeigen nicht umsetzbar ist.

Text: Jana Baumgarten



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