Vom Frust zur Lust

In Jena eröffnet das erste Hundebordell

Wenn alles nach Plan läuft, könnte schon Mitte April 2015 die feine Hundedame „Mia“ die ersten „Kunden“ im neuen Etablissement in Jena-Nord empfangen.
Wenn alles nach Plan läuft, könnte schon Mitte April 2015 die feine Hundedame „Mia“ die ersten „Kunden“ im neuen Etablissement in Jena-Nord empfangen.
Foto: heike_pixelio
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Sie haben einen Rüden, dem Sie es gönnen würden, dass er sich sexuell mal so richtig austobt? Dann kann Ihnen und Ihrem Vierbeiner geholfen werden, denn in Jena eröffnet demnächst das Etablissement „Bell-Amour“, ein „Treffpunkt für Liebe suchende Hunde“. Die Jenaer Nachrichten haben recherchiert und möchten unseren Lesern die wohl ungewöhnlichste Geschäftsidee des Jahres vorstellen.

Jena. Wir treffen zunächst den Mann, der mit dem ersten Hundepuff in Mitteldeutschland zukünftig sein Geld verdienen möchte. Dem 63-jährigen ehemaligen Immobilienmakler Alexander Folkerts drängte sich die Idee mit dem Hundebordell während einer Urlaubsreise auf. „2006 reiste ich durch den Mittleren Westen der USA“, so Folkerts. „Mein Rüde Magnum begleitete mich natürlich bei diesem Abenteuer. In einer Kleinstadt in Ohio bekam ich zufällig Wind von einem ortsansässigen Hundebordell, das dort schon seit Jahren richtig gut lief. Magnum war begeistert. Da kam ich auf den Gedanken: Das braucht man auch hier in Deutschland.“

Doch von der Idee bis zur Umsetzung war es noch ein weiter Weg, so Folkerts: „Ich habe mir die Sache anfangs ganz einfach vorgestellt und nicht mit dem Aufwand gerechnet, der da auf mich zukommen sollte. Zunächst galt es, ein passendes Objekt zu finden – was nicht leicht war, da überraschenderweise viele Menschen etwas dagegen haben, dass ein Hundepuff in ihrer Nachbarschaft eröffnet wird. Gott sei Dank bin ich letztendlich fündig gewWo einst Studenten ein Heim auf Zeit fanden eröffnet jetzt im Flurweg das Haus "Bell-Amour".orden mit einem Objekt im Norden Jenas, das schon seit Längerem leer steht.

Es folgte ein mehrmonatiger Papierkrieg, nicht nur das Gewerbeamt, auch die Denkmalschutzbehörde, die für das etwas marode Gebäude verantwortlich ist, der Tierschutzverein sowie das Veterinäramt mussten von dem erstaunlichen Einfall überzeugt werden.

Die Jenaer Nachrichten fragten bei der Veterinärbehörde nach, was von der Geschäftsidee zu halten sei. „Grundsätzlich ist ein solcher Betrieb legal, da gibt es keine gesetzlichen Beschränkungen“, so Behördenleiter Henry Walther. „Wichtig ist es jedoch, dass für jeden in dem Etablissement aktiven Hund ein gültiges Gesundheitszeugnis vorgelegt werden kann – ganz wie in einem echten Freudenhaus.

Rein rechtlich gesehen spricht also nichts gegen das „Bell-Amour“. Und Gegnern des Hundebordells, die Tierquälerei vermuten, wenn Hundedamen als „Prostituierte“ missbraucht würden, kann Folkerts auch den Wind aus den Segeln nehmen: „Ich will meinen Hundemädels auf keinen Fall etwas zu Leide tun. Die Hundedamen sollen auch ihren Spaß bei der Sache haben! Herrenbesuche sind nur erlaubt, wenn die Hündinnen in Stimmung sind. Die ‚heißen‘ Tage aller im „Bell-Amour“ lebenden Damen werde ich deshalb in einer Kartei auflisten, aus der die potenziellen Kunden dann wählen können.“

In der Oberaue befragten die Jenaer Nachrichten Hundehalter danach, was sie von der außergewöhnlichen Idee des Unternehmers halten. „Den Einfall finde ich richtig gut“, so ein junger Mann mit einem Golden Retriever an der langen Leine. „Manchmal geht es beim Spazierengehen mit meinem ‚Milo‘ überhaupt nicht voran, weil er immer auf Weibchen trifft, die gerade heiß sind.“

Dieses Problem kennt auch die nächste Spaziergängerin, die mit einem Cocker Spaniel ihre Runden dreht: „Das Geschäftsmodell hört sich für mich lukrativ an. Meinen Carlos versuche ich zwar, mit viel Spiel und Sport auszulasten, aber es gibt immer wieder Probleme mit heißen Hündinnen, die von ihren Haltern frei laufen gelassen werden. Ich glaube, dass da auf jeden Fall ein Bedarf besteht."

Auch der dritte Hundehalter zeigte sich begeistert von der ungewöhnlichen Idee: „Ich würde das nicht schlecht finden. Mein Rüde Seppel ist jetzt schon acht Jahre alt und hatte bis jetzt noch nie die Möglichkeit, Sex zu haben. Dabei würde ich ihm seinen Spaß so gönnen!“

Dem Hundebordell steht also nichts im Wege, und so werden Jenaer Hundehalter demnächst die Möglichkeit haben, ihren Lieblingen ein paar glückliche Momente im „Bell-Amour“ zu ermöglichen. 35 Euro soll der Service kosten, wobei Folkerts anmerkt: „Ein Kaffee für die wartenden Halter ist da natürlich inklusive.“

Text: Michael Baumgarten

Update am 02. April 2015: "In Jena eröffnet das erste Hundebordell" - Das war natürlich ein Aprilscherz. Manch einer hat es gemerkt, manch einer nicht. Wir danken für die vielen Likes.

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