Schlusslicht holt drei Punkte

Herbe Niederlage: Jena enttäuscht gegen Köln

Die Jenaerin Annalena Breitenbach (Mitte) gegen die Kölnerinnen Yvonne Zielinski (links) und Virginia Kirchberger im Spiel FF USV Jena gegen 1. FC Köln im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld.
Die Jenaerin Annalena Breitenbach (Mitte) gegen die Kölnerinnen Yvonne Zielinski (links) und Virginia Kirchberger im Spiel FF USV Jena gegen 1. FC Köln im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld.
Foto: Jürgen Scheere
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Der FF USV Jena muss gegen das Tabellenschlusslicht 1. FC Köln eine herbe 0:2 (0:2) Niederlage in Kauf nehmen.

Jena. Nach dem letzten starken Heimspiel gegen CL-Sieger Frankfurt, welches unglücklich 4:5 verloren ging, sollte für die Jenaer Fußballfrauen gegen den Tabellenletzten der dritte Saisonsieg her.

Aber kaum hatte das Spiel begonnen, stand es schon 1:0 für die Kölnerinnen. In Folge eines harmlos aussehenden Flankenball kam doch noch die Dänin Lise Munk ungestört zum Kopfball und der Ball war plötzlich hinter der Torlinie (3.).

Der USV schien spätestens jetzt gewarnt, dass mit dem Tabellenletzten aus der Karneval-Hochburg nicht zu spaßen ist. Denkste, fünf Minuten später dribbelte Anna Gebhardt quer zum Strafraum, drang dann links in den 16er ein und zog einfach flach ins lange Eck zum 0:2 ab (8.).

Wie so oft hatte Jena Schwierigkeiten, gegen vermeintlich gleichwertige oder schwächere Gegner das Spiel zu machen. Der Kombinationsfluss stockte meist vor dem Strafraum, Chancen waren Mangelware. Eine gute Flanke, von der quirligen van den Heiligenberg von der linken Seite fand in der Mitte keine Jenaerin, die verwerten konnte (21.).

Köln verlegte sich aufs Kontern. So tauchte Nina Ehegötz vor Stenia Michel auf, zog trotz Bedrängnis ab, aber Jenas Keeperin parierte (25.). Für den USV prüfte van den Heiligenberg nach Solo Laura Giuliani im FC-Tor, die parierte (29.). Iva Landeka schnibbelte einen Freistoß knapp übers lange Eck (33.) und ein Kopfbällchen von Amber Hearn nach Landeka-Flanke (34.) - das waren alle Jenaer Chancen vor der Pause. Die endgültige Entscheidung noch vor der Pause verpasste Munk, die völlig frei den Ball aus fünf Metern am Tor vorbei schob (45.).

Nach der Pause vergab Köln schon wieder die Chance zum dritten Tor, diesmal war es Gerhardt, die aus Nahdistanz an Michel scheiterte (48.). Dann Ehegötz lief auf der linken Seite auf und davon, Flanke in die Mitte, wo Knopf nur knapp verpasste (54.). Der FF USV war zwar feldüberlegen, aber weiterhin unkreativ und ohne große Chancen.

Außerdem musste man immer vor Kölner Kontern auf der Hut sein. Die Jenaer Schussoffensive in der letzten Viertelstunde brachte zumindest noch ein paar Chancen. Ivana Rudelic schoss im Strafraum im Fallen drüber (74.). Die dickste Gelegenheit hatte Einwechslerin Anna Weiß nach zwei Haken im Strafraum ein strammer Schuss aus 10 Metern, aber toll gehalten von Giuliani (81.). Ein Dutzend hohe Bälle in den Strafraum fing Kölns Torhüterin alle sicher weg. Amber Hearn köpfte noch an den Außenpfosten, aber da war das Spiel im Prinzip schon gelaufen (85.).

Die Nikolaus-Überraschung nahm am 6. Dezember also der 1. FC Köln aus Jena mit – drei Punkte. Der anfängliche Sonnenschein war mittlerweile auch dunklen Wolken über dem Paradies gewichen. So sah auch die Stimmung beim FF USV aus.

Am Tabellenende schob sich nun wieder alles zusammen, Köln mit seinem neuen Trainer Marcus Kühn als Letzter nun mit fünf Punkten nicht mehr so weit weg von Jena (10).

Am Mittwoch, 13 Uhr, steht das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den SC Sand auf dem Plan.

Trainerstimmen:

Marcus Kühn (Köln): „Wir haben relativ früh die zwei Tore gemacht. Nach 70-80 Minuten hat man als Trainer das Gefühl, die machen kein Tor mehr. Jena hatte zum Ende noch ein paar Chancen. Ich bin aber nicht unglücklich mit dem Ergebnis.“

Daniel Kraus (Jena): „Köln hat uns mit einfachen Mitteln vor Probleme gestellt. Viele meiner Spielerinnen waren weit weg von ihrer Normalform. Wir haben zu pomadig gespielt. Symptomatisch war das erste Tor, als eigentlich schon geklärt war. Uns hat die Genauigkeit und Klarheit gefehlt.“

Jena: Michel, Percival, Melhado, Hausicke (ab 46. Arnold), Breitenbach, Hearn, Heinze (ab 59. Martin), da Silva (ab 68. Weiß), Landeka, van den Heiligenberg, Rudelic,

Köln: Giuliani, Schrum, Ehegötz (ab 86. Tekkal), Kirchberger, London, Zielinski, Seuren, Gerhardt, Knopf, Munk, Rinast,

Torfolge: 0:1 Munk (3.), 0:2 Gerhardt (8.),
Schiedsrichterin: Karoline Wacker (Marbach am Neckar),
Zuschauer: 250.

Text: Steffen Langbein

 

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