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Am Ende fehlte die Kraft

2:4 in Frankfurt: FF USV Jena gibt Führung her

Im Zweikampf die Jenaerin Christin Meyer mit der Frankfurterin Sophia Kleinherne.
Im Zweikampf die Jenaerin Christin Meyer mit der Frankfurterin Sophia Kleinherne. Foto: Hannes Seifert/FF USV Jena

Am dritten Spieltag musste sich der FF USV Jena mit 2:4 beim Rekordmeister 1. FFC Frankfurt geschlagen geben. Speziell in der ersten Halbzeit zeigte die Heck-Elf eine tolle Leistung und führte zur Pause mit 2:1.

Frankfurt/Jena. Bei der Rückkehr von Heck an seine alte Wirkungsstätte, von 2011 bis 2018 trainierte er im Nachwuchs des FFC, erwischte der FF USV einen Sahnestart: eine Ecke von Merza Julević in der dritten Spielminute fand den Kopf von Julia Arnold, die freistehend die Gästeführung markierte. Überhaupt war Jena an diesem Sonntagnachmittag nach Standards brandgefährlich.

In der Folge hatten die Frankfurterinnen zwar mehr Ballbesitz, doch Jena verteidigte clever, war in den Zweikämpfen präsent und ließ dem FFC keine Lücke, um sich in Richtung des von Sarah Hornschuch gehüteten Tores durchzukombinieren. Stattdessen die Möglichkeit für Jena: ein Julević-Freistoß aus dem Halbfeld fand Maren Tellenbröker, ihr Kopfball verfehlte nur knapp das Tor (20.).

Nur wenig später hatte Christin Meyer, die heute eine großartige Partie absolvierte, mehr Glück: als sie sah, dass Frankfurts Keeperin Bryane Heaberlin zu weit vor ihrem Gehäuse stand, zog sie aus 25 Metern ins lange Eck ab – 2:0 für Jena (25.).

Die mitgereisten blau-weißen Anhänger hatten in diesen Minuten auf der Tribüne lautstark zu feiern, doch natürlich fühlten sich die Frankfurterinnen ob des Rückstandes herausgefordert. Noch vor der Pause setzte sich die Elf von Trainer Niko Arnautis über die rechte Seite durch, im Zentrum schob Geraldine Reuteler zum Anschlusstreffer ein (30.).

Doch die Thüringerinnen ließen sich vor der Pause nicht aus dem Konzept bringen und zeigten eine tadellose Mannschaftsleistung, jeder kämpfte für den anderen und bot entsprechende Anspielstationen. Für Christin Meyer, die heute sehr oft mit langen Bällen in der Spitze gesucht wurde, ergab sich die Riesen-Gelegenheit, um ihre Mannschaft mit 3:1 in die Kabine zu schießen: frei vor Heaberlin kam sie zum Abschluss, scheiterte allerdings.



So gingen beide Mannschaften mit dem Spielstand von 1:2 in die Pause – aufgrund der Torabschlüsse durchaus eine verdiente Führung für die Gäste, wenngleich man sich sicher war, dass sich die Frankfurterinnen mit diesem Ergebnis noch nicht zufriedengeben würden.

Entsprechend gestaltete sich die zweite Halbzeit: einige Minuten konnte Jena dem steigenden Druck noch gut entgegenhalten, doch der Ausgleich lag in der Luft. Zunächst vereitelte Torhüterin Sarah Hornschuch stark mit dem Fuß auf der Linie, doch beim Schuss von Barbara Dunst war sie machtlos – 2:2 (60.).

Auch in der Folge war es die Jenaer Torhüterin, die ihre Mannschaft mit mehreren Weltklasse-Paraden im Spiel hielt. Doch der aufopferungsvolle Kampf ließ bei den Jenaerinnen die Kräfte schwinden.

Für Frankfurt ergaben sich größere Räume, die in den letzten Minuten auch effektiv genutzt wurden: ein Distanztreffer von Janina Hechler besorgte die Frankfurter Führung (80.), die eingewechselte deutsche Juniorennationspielerin Shekiera Martinez markierte schließlich mit einer technisch schön anzusehenden Drehung den 4:2-Endstand (86.).

Bemerkenswert die Aktion von Jenas Kapitänin Julia Arnold: nachdem sie im Zweikampf unglücklich getroffen wurde und unter Schmerzen behandelt werden musste, stellte sie sich in den Dienst ihrer Mitspielerinnen und kam wieder auf das Feld. Dies untermauerte, dass sich die Heck-Elf an diesem Tag nicht aufgab.

Auch im dritten Saisonspiel musste der FF USV Jena den Platz mit leeren Händen verlassen, wenngleich man mit der eigenen Leistung über weite Strecken der Partie zufrieden sein konnte.

So sah es auch Trainer Chris Heck nach Abpfiff: „Speziell in der ersten Halbzeit haben wir unseren Matchplan sehr gut umgesetzt, haben durch die frühe Führung einen Super-Start erwischt und es den Frankfurterinnen in der Folge sehr schwer gemacht.



Vor dem Tor waren wir mit unseren Chancen sehr effektiv. Doch ab der 60. Minute hatten wir Probleme, dem hohen Frankfurter Druck standzuhalten. Am Ende geht die Niederlage vollkommen in Ordnung, wenngleich sie natürlich bitter ist. Ich muss meiner Mannschaft trotzdem ein Riesenkompliment machen. Wir sind auf einem guten Weg und ich bin mir sicher, dass wir bald endlich die ersten Punkte einfahren!“

Auch im offiziell letzten Auswärtsspiel beim 1. FFC Frankfurt – in der kommenden Saison schließt sich der Klub dem Lizenzverein Eintracht Frankfurt an – gelingt dem FF USV Jena nicht der erste Sieg, obwohl er selten so sehr in der Luft lag wie heute.

Für die Jenaerinnen kommt es am kommenden Sonntag zu einem richtungsweisenden Duell im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld: um 14 Uhr gastiert der Mitaufsteiger 1. FC Köln im Paradies, der sich am Freitagabend mit 1:2 knapp den 1. FFC Turbine Potsdam geschlagen geben musste.

1. FFC Frankfurt: Heaberlin - Freigang, Kleinherne, Reuteler (69. Martinez), Mauron, Hechler, Aschauer (90. Weilharter), Störzel (74. Nüsken), Feiersinger, Dunst, Pawollek

FF USV Jena: Hornschuch - Julević, Kreil, Sedláčková, Arnold (85. Görlitz), Seiler, Graser, Meyer (70. Fudalla), Chlastáková (74. Karn), Weiß, Tellenbröker

Tore: 0:1 Arnold (3.), 0:2 Meyer (25.), 1:2 Reuteler (30.), 2:2 Dunst (60.), 3:2 Hechler (80.), 4:2 Martinez (86.)

Gelbe Karten: Arnold

Zuschauer: 1.410

Quelle: FF USV Jena

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