Jetzt im DFB-Pokal-Lostopf

4:1 gegen Fahner Höhe: Jena holt Landespokal

Der FC Carl Zeiss Jena holt zum 12. Mal den Landespokal.
Der FC Carl Zeiss Jena holt zum 12. Mal den Landespokal. Foto: Thomas Weigel

Jetzt im DFB-Pokal-Lostopf: Der FC Carl Zeiss Jena gewinnt am Mittwochabend das Pokalfinale gegen den FC An der Fahner Höhe in der Verlängerung mit 4:1 (0:0, 1:1).

Jena. Nach drei Siegen innerhalb von einer Woche mit 13:0 Toren vom Achtel- bis zum Halbfinale wurde der FC Carl Zeiss Jena auch im Endspiel um den „Thüringen Pokal 2021“ seiner Favoritenrolle gerecht.

Gegen den tapferen NOFV-Süd-Oberligist FC An der Fahner Höhe siegte Jena in der Meuselwitzer bluechip-Arena knapp aber verdient mit 4:1 nach Verlängerung und holte zum 12. Mal den Landespokal.

René Eckardt führte im letzten Spiel für den FC Carl Zeiss sein Team nochmal als Kapitän auf das Feld, zum letzten Pflichtspiel in der deutschen Fußball-Saison 2020/21. Am 1. Juli beginnt die Saison 2021/22 und Eckardt beim ZFC Meuselwitz, dem Gastgeber dieses Pokalfinales.



Wie erwartet, Jena von Beginn an mit mehr Ballbesitz, schnell ergaben sich erste Torgelegenheiten. Lucas Stauffer versuchte es mit einem ersten Flachschüsschen auf das Tor (6.), wenig später setzte Justin Schau das Leder von der Strafraumgrenze an den rechten Pfosten (9.). Trotzdem fehlten in Tornähe die letzte Konsequenz und Genauigkeit beim Regionalligisten.

Auch eine Doppelchance brachte nicht das 1:0. René Eckardts Schuss wurde von der dicht gestaffelten Abwehr abgeblockt, der Nachschuss von Maximilian Oesterhelweg landete in den Armen von Torhüter Max Reinwald (22.).

Die Fahner konzentrierten sich naturgemäß vor allem auf das Verteidigen und, meist nach Jenaer Ballverlusten im Vorwärtsgang, ein paar Konterversuche, die aber meist schon vor dem gegnerischen Strafraum endeten.



Hinten räumte die Abwehr um den 2,05-Meter langen Kapitän Artur Machts vor allem die hohen Bälle weg. Reinwald machte sich lang beim halbhohen 20-Meter-Schuss von Eckardt (37.), Kevin Wolf versuchte es aus acht Metern, aber übers Tor (39.).

Bis zur Halbzeit hielt der Oberligist das torlose Unentschieden gegen den Regionalligist aus Jena, der einige Torchancen liegen ließ.

Und, wie es manchmal im Fußball ist, wer vorn seine Chancen nicht nutzt, bekommt hinten einen rein. So war es in der 50. Minute. Ein langer Ball landete statt beim Verteidiger Marius Grösch bei Daniel Winge, der den Außenseiter mit 1:0 in Führung brachte (50.), das erste Gegentor für den FCC im diesjährigen Pokalwettbewerb.



Der FCC hatte schon in Halbzeit Eins ein paar Freistoßmöglichkeiten in Strafraumnähe, die nicht genutzt wurden, ebenso wie nach der Pause die aussichtsreichsten von Oesterhelweg (56.) und Rene Lange (63., 73.). Glück hatte Jena beim Konter der Fahner, den Carlo Preller nur knapp neben das Tor abschloss (68.).

Jena erhöhte den Druck, aber die Fahner Spieler verteidigten aufopferungsvoll, warfen sich in jeden Schuss, was durchkam, blieb bei Keeper Reinwald hängen, so zweimal Fabian Eisele (71., 75.).

Ausgerechnet René Eckardt, eben noch übers Tor geschossen (76.), gelang der längst überfällige Ausgleich. Nach Eisele-Kopfball an die Latte köpfte Ecki im Kopfballduell mit Timo Raffel den Ball zum 1:1 aus Nahdistanz über die Linie (77.).



Eine Minute später fast das 2:1, aber der nach Eiseles Kopfball von der Latte abtropfende Ball blieb in einer Spielertraube aus zwei Verteidigern und dem Torwart einen Meter vor der Linie liegen (78.).

In der Nachspielzeit bot sich Theodor Bergmann noch die Chance, der eine Oesterhelweg-Eingabe am langen Pfosten erwischte, aber Reinwald war mit Fußabwehr zur Stelle (90.+2.). Aber es blieb beim Remis in der regulären Spielzeit und es ging in die Verlängerung.

In den ersten Minuten der Verlängerung wirkte Jena unkonzentriert, einige leichte Ballverluste nutzten die Busse-Schützlinge zu eigenen Vorstößen. Die beiden erfolgversprechendsten schloss Daniel Wiesner jeweils mit Flachschuss von Halblinks ab, die Lukas Sedlak parierte (94., 97.).



Für Jena scheiterte René Eckardt zunächst an der Querlatte (102.), keine sechzig Sekunden später köpfte er seinen FCC 2:1 in Führung (103.) und legte damit den Grundstein, um „nochmal mit den Jungs zu feiern“, wie er in der Pressekonferenz vor dem Spiel sagte.

Nach einem abgewehrten Machts-Kopfball nach Fahner-Ecke startete Alexander Prokopenko den Konter von der Mittellinie und machte den Deckel mit dem 3:1 darauf (107.). Wenige Minuten später sorgte Fabian Eisele, der in den vergangenen drei Partien jeweils den Torreigen eröffnete, für den Schlusspunkt zum 4:1 (110.).

FCC-Urgestein René Eckart bekam mit seiner Auswechselung fünf Minuten vor Schluss noch einmal die Bühne für einen Sonderapplaus, sicher nicht nur für das heutige Spiel, sondern für seine gesamte bisherige Karriere beim FC Carl Zeiss Jena (115.).


Beim FC Carl Zeiss Jena schaut man nun gespannt auf die DFB-Pokal-Auslosung, die am Sonntag, 4. Juli, ab 18:30 Uhr live in der ARD ausgestrahlt wird, wen die „Losfee“ Thomas Broich (ehemaliger Bundesligaspieler und aktuell ARD-Experte) für den FCC als Gegner aus dem Lostopf zieht.

Jena: Sedlak - Wolf, Grösch, Lange, Stauffer (ab 46. Slamar), Schau (ab 69. Langer), Oesterhelweg, Eisele, Eckardt (ab 115. Hagemann), Bergmann (ab 99. Scheder), Dedidis (ab 46. Prokopenko)

Fahner: Reinwald - Kruse, Lischke, Kupke (ab 111. Schindler), Raffel, Winge (ab 111. Fleischauer), Preller (ab 81. Billeb), El Hajj (ab 81. Müller), Baumgarten, Baumgart (ab 67. Wiesner), Machts

Tore: 0:1 Winge (50.), 1:1, 2:1 Eckardt (77., 103.), 3:1 Prokopenko (107.), 4:1 Eisele (110.)

Zuschauer: 800

Text: Steffen Langbein
Fotos: Thomas Weigel

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